„Mem-o-ries“ stellt sich vor

Blogs gibt es, so weit das Auge reicht, und das zu jedem erdenklichen Thema. Alle zu verfolgen, ist unmöglich. Deshalb möchten wir ein bisschen Orientierungshilfe leisten und einige engagierte Blogger und ihre Blogs vorstellen, die einen Blick lohnen. Heute zu Gast ist Natalie Burger von Mem-o-ries, die sich vor allem mit Büchern beschäftigt, ab und zu aber auch über Persönliches berichtet. Mit anderen vernetzt sie sich gerne auch auf ihrer Facebook-Seite, bei Twitter und Instagram.

mem-o-ries Banner

Über mich:
Ich heiße Natalie und bin seit kurzem vierzig Jahre alt. Ich komme aus dem beschaulichen Frankenberg in Hessen und lese nun schon, seit ich denken kann. Bücher gehörten für mich immer zu meinem Alltag dazu und es gab nur eine kurze Zeit, in der ich kaum zum Lesen kam. Einige Jahre konnte ich sogar bei der Arbeit lesen, was für einen hohen Bücherkonsum sorgte. Nun arbeite ich aber als Kassiererin und das Lesen beschränkt sich auf die Freizeit.

Mein Blog:
Mein Blog heißt Mem-o-ries und das war keinesfalls wirklich meine Idee. Zunächst startete ich 2006 mit einem Scrapbook-Blog, um meine Layouts zu zeigen. Als dann im August 2010 die Rezensionen dazu kamen, hieß er deswegen auch noch „Natalie‘s Scrapbookblog“. Das änderte sich mit der Nominierung zum Blog des Monats im Januar 2011 von Kossi. Sie nannte meinen Blog wegen des Headers „Mem-o-ries“ und ich fand ihn so schön, dass der Name blieb. Manches Mal würde ich mir wünschen, einen buchigeren Namen zu haben, vielleicht würde mein Blog dann auch eher auffallen, und doch möchte ich ihn irgendwie nicht ändern. Vor ein paar Jahren ist der Blog dann von Blogger auf WordPress umgezogen und bekam auch Mem-o-ries.de als Domain. Nun ist vom alten Scrapbookblog nichts mehr zu sehen.
Ich hänge sehr an meinen Blog, doch hin und wieder habe auch ich eine Flaute. Die Lust zu rezensieren ist manches Mal nicht so sehr groß, weswegen ich seit einiger Zeit auch hauptsächlich die Rezensionsexemplare rezensiere und Bücher, die ich nicht von Verlagen oder Autoren bekam, einfach für mich lese. Um zu sehen, wie ich ein Buch, das nicht rezensiert wurde, finde, muss man dann nur die Monatsstatistik anschauen, da stehen die Sterne bzw. die Buchbewertungen. Hergeben mag ich meinen Blog jedoch noch nicht. Er ist für mich eine Art Eintrittskarte in eine besondere Welt. „Schuld“ am Rezensieren von Büchern hat einen kleinen Teil meine Freundin, die ebenfalls damals einen Blog hatte und mich neugierig auf die Internet-Bücherwelt machte, aber auch dass ich bei dem vielen Lesen den Überblick behalten wollte, was ich schon gelesen habe. Ich denke, viele kennen das, da hat man ein Buch in der Hand und einem kommt die Geschichte bekannt vor. In manchen Bereichen ist das echt extrem. Manchmal hat man das Buch auch tatsächlich schon gelesen, es ist nur schon so lange her, dass es das Hirn verdrängt hat. Manch ein Buch kennt man dagegen noch gar nicht. So habe ich mein Blog mit all seinen Listen gestartet und es ist schon sehr interessant zu sehen, was ich die letzten Jahre so alles erlebt und gelesen habe.
Mein Design hat sich übrigens nur beim Umzug einmal geändert, seitdem steht es und wird auch bleiben. Ich mag die Farben und die schlichte Art. Das Design rührt noch vom Scrapbooken her.

Mein Schwerpunkt:
Mein Schwerpunkt liegt bei den Büchern, ab und zu gibt es mal eine Filmrezension oder eher ein Vergleich zum Buch, ein Gewinnspiel oder auch eine Blogtour, doch in erster Linie ist es ein Blog, in dem es um meine Lesezeit geht.
Vor kurzem kam dann noch der Foto-Freitag dazu, er hat nichts mit Büchern zu tun, sondern mit meinem zweiten Hobby, dem Fotografieren. Vor ein paar Jahren hatte ich dafür einen eigenen Blog. Zwei Blogs zu pflegen ist aber recht aufwändig, so dass ich nun zunächst einmal die Woche meine Bilder auf Mem-o-ries zeige.
Die Genres sind auf meinem Blog mittlerweile recht bunt gemischt. Begonnen habe ich mit historischen Romanen, die ich aber nicht mehr mag. Außerdem Chick Lit und auch Familiengeschichten. Mittlerweile gibt es hin und wieder Koch- und Backbücher, Kinder-und Jugendbücher und natürlich auch Krimis und Thriller. Ich versuche immer, ein wenig im Wechsel zu lesen, damit es mir nicht zu eintönig wird.
Ich habe Mal mit „10 Fragen an“ begonnen, habe aber gemerkt, dass ich bei Interviews einfach eine Blockade habe, was ich fragen soll, auch aus Angst eine total doofe Frage zu stellen. So ruht dieser Bereich schon eine ganze Weile. Am Liebsten schreibe ich sowieso über Messen oder auch ab und an über eine Lesung, weil das für mich immer noch besondere Erlebnisse sind. Leider gibt es hier nicht die Masse an Lesungen, vor allem keine die mich unbedingt interessieren, aber dafür nutze ich dann auch die Messetage.

mem-o-ries Natalie BurgerPersönliche Note:
Oh je, ich glaube, die habe ich gar nicht. Ich blogge nun schon viele Jahre, bin aber nicht so kreativ. Die Rubrik „10 Fragen an“ fand ich selber recht innovativ, bis sie ein paar Wochen später auf einem anderen Blog ebenfalls auftauchte – auch ein Grund, dass mir die Motivation fehlte, sie weiter zu betreiben.
Ich habe einen kleinen Stamm an Lesen, die auch liken und kommentieren und mir damit zeigen, dass mein Blog überhaupt noch gelesen wird. Als ich begonnen habe, hatte ich sowieso nie damit gerechnet, mal Blog des Monats oder als Blogger interviewt zu werden. Aber auch Autorenanfragen, bei denen ich sehe, sie haben sich wirklich mit meinem Blog beschäftigt, empfinde ich immer noch als besonders. Ich habe leider keine wirklich kreative Ader, was meinen Blog betrifft, hatte aber auch nie diesen Anspruch an mich. Nicht falsch verstehen, natürlich freut sich das Bloggerherz, wenn ein Thema ungewöhnlich viele Klicks erhält, aber der Witz ist doch, dass Beiträge aus meinem Alltag auch nach mehreren Jahren immer noch mehr Klicks haben als die ganzen Rezensionen und anderen Buch-Themen. In meinem Fall dürfte Unsere neue Ikeaküche der Spitzenreiter sein, dicht gefolgt von Medimops und der Zustand der Bücher. Rezensionen sind da weit abgeschlagen und so habe ich nach sieben Jahren das Gefühl, wieder genau da zu stehen wie zu Beginn meiner Blogzeit – mit einem Blog für mich und wenn ich Glück habe ein paar Lesern, denen gefällt, was ich schreibe.

Mein Lieblingsbeitrag:
Da habe ich keinen, auch wenn das nun langweilig klingt. Es gab immer wieder Ereignisse, die ich als besonders empfand. Die Frage, ob ich als Rezensent beim Buch-Magazin mitmachen möchte zum Beispiel. Der Blog des Monats bei Kossi, die Blogvorstellung bei Leserkanone, aber die Beiträge dazu, wenn es denn welche gab, sind mir nicht mehr oder weniger „wert“ als der Rest meines Blogs. Es gibt Beiträge, die liegen oder lagen mir am Herzen. Der Beitrag zum Tod meines Arbeitskollegen, die Worte an meine verstorbene Freundin, aber die haben nichts mit Büchern zu tun und mussten zu dem Zeitpunkt einfach raus.

Meine Blogosphäre:
Ich fand das Vernetzen mit anderen Bloggern bei Blogger wesentlich einfacher, da gab es den Google Friend Connect, den ich auch gut genutzt habe. Nun habe ich zwar ein paar Bloglinks drin, aber längst nicht alle, die ich lese – sollte ich mal nachholen. Ich nutze am liebsten Bloglovin, leider hat das nicht jeder. So kommen die Beiträge als Appetithappen an meine Email, und wenn es etwas gibt, was mich sehr interessiert, schaue ich dann auf dem Blog vorbei. Wenn ich alle Blogbeiträge von meinen favorisierten Bloggern lesen wollte, käme ich nicht mehr zum Bücherlesen. Facebook ist da nur zweite Wahl, durch die Reichweitenbeschränkung geht wirklich viel verloren.
Es gibt allerdings Blogger, mit denen mich irgendwie etwas Besonderes verbindet, und da lese ich auch jeden Beitrag. Sie habe ich im Laufe der Zeit, hauptsächlich auf der Messe, kennenlernen dürfen und ohne sie kann ich mir meine Blogosphäre auch nicht mehr vorstellen. Es ist eine kleine Gruppe von Bloggern, die mir ans Herz gewachsen sind. Leider sehen wir uns wirklich meist nur einmal im Jahr in Frankfurt, aber dafür wird hin und wieder geschrieben.
Ich bin nicht wirklich Teil größerer Communitys. Ich bin zwar Mitglied auf verschiedenen Portalen, aber wirklich warm werde ich da nur selten. Auch finde ich, dass manche Blogger sich zu wichtig nehmen und andere das auch spüren lassen. Es gibt wie überall Grüppchenbildung und man hat es nicht nur als Neuling schwer dazuzugehören. Ich versuche es gar nicht erst und erfreue mich an dem, was ich habe, und an den Leuten, die mit mir auf einer Wellenlänge sind. Was nicht heißt, dass ich neuen Leuten gegenüber nicht aufgeschlossen bin, doch es muss wie im realen Leben einfach passen. So ist das mit den Blogs, aber auch mit den Menschen dahinter. Zu meinen Lieblingsbloggern gehören Anette von Katze mit Buch, sie kenne ich schon fast seit Beginn meiner Bloggerkarriere, und auch wenn wir etwas weiter auseinander wohnen, ist sie eine Freundin geworden, Mel von Bookrecission, die leider noch weiter weg wohnt oder auch Katrin von Kathrineverdeen. Es gibt noch viele andere Blogs und dazugehörige Blogger, die ich mag und gerne lese. Viele Kontakte sind im Laufe der Jahre einfach so entstanden und werden auf Facebook und auch über die Blogs gepflegt. Mal sehen, wie lange ich noch Teil von dem ganzen sein mag. Auch wenn es letztes Jahr einen Durchhänger gab, ist aber momentan noch kein Ende in Sicht.

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