Mein erstes Buch auf Deutsch – Vanessa Lafaye und „Summertime – Die Farbe des Sturms“

In dieser Rubrik stellen wir fremdsprachige Autoren vor, von denen erstmals ein Buch ins Deutsche übersetzt wurde. Diesmal zu Gast ist Vanessa Lafaye mit ihrem deutschsprachigen Debüt Summertime – Die Farbe des Sturms, das bei Limes erschienen ist.

SUMMERTIMEDie Farbe des Sturms von Vanessa Lafaye

Ein Sturm zieht auf, der alle Geheimnisse ans Tageslicht bringen wird …
Florida, 1935. In Heron Key sind die Beziehungen zwischen den Einwohnern so verworren wie die Wurzeln der Mangrovenbäume. Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seit Henry die Stadt verlassen hat, um in Europa zu kämpfen. Die ganze Zeit hat Missy auf ihn gewartet. Als gutes Dienstmädchen kümmert sie sich um das Baby und das Haus der Familie Kincaid und zählt bis zu seiner Rückkehr die Sterne. Nun ist er zurück, doch in dem Veteranen erkennt sie kaum noch den einst stolzen Mann. Als eine weiße Frau in der Nacht vom 4. Juli halbtot am Strand gefunden wird, gerät Henry in Verdacht. Während die Anspannung in der kleinen Stadt weiter ansteigt, fällt das Barometer – der verheerendste Tornado aller Zeiten zieht auf. Im Auge des Sturms offenbaren sich Tragödien, lüften sich Jahrzehnte alte Geheimnisse – und Missys und Henrys Liebe wird auf die Probe gestellt …

 

Über mich:
Mein Name ist Vanessa Lafaye und ich stamme ursprünglich aus Tampa im US-Bundesstaat Florida. Heute lebe ich allerdings in Marlborough, England.

Wie ich Autorin wurde:
Ich bin schon mein ganzes Leben lang eine eifrige Leserin. Selbst angefangen, Romane zu schreiben, habe ich jedoch erst, nachdem ich vierzig wurde. Ich schrieb zwei Frauenromane, die nicht veröffentlicht wurden, was mich sehr entmutigte. Als ich von der wahren Geschichte des Hurrikans und der Veteranen, um die es in „Summertime“ geht, erfuhr, beschloss ich, noch einen Versuch zu starten und aufzugeben, sollte ich auch mit diesem Roman keinen Verlag finden. Glücklicherweise kam es anders!

Gedenkplakette für die Hurrikan-Opfer - weitere Fotos auf dem Pinterest-Board der Autorin
Gedenkplakette für die Hurrikan-Opfer – weitere Fotos auf dem Pinterest-Board der Autorin

Mein erstes Buch auf Deutsch:
„Summertime – Die Farbe des Sturms“, das im Original ebenfalls „Summertime“ heißt, ist im März 2017 bei Limes erschienen. Es ist ein historischer Roman, der vom schlimmsten Hurrikan handelt, der Nordamerika jemals getroffen hat, 1935 in den Florida Keys. Es ist eine fiktionale Version der Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Einheimischen und die Veteranen des 1. Weltkriegs, die dort arbeiteten. Es war eine sehr schwere Zeit, mitten in der Großen Depression, der Weltwirtschaftskrise. Damals gab es noch die Rassentrennung und das Leben war hart. Die Veteranen brauchten dringend die Arbeit, die sie beim Bau einer Brücke in Florida erhielten, aber keiner von ihnen hatte Erfahrungen mit Hurrikans. Die Einheimischen hatten zwar schon so manch schweren Sturm überstanden, doch keinen des Kalibers, der ihre Stadt im Jahr 1935 zerstörte. Ich wollte nicht nur von dieser Naturkatastrophe erzählen, sondern auch die Geschichten der Menschen, die von ihr betroffen waren – von denen, die sie überlebten, und von jenen, die starben. Ich wollte, dass die Leser sich am Ende fühlten, als wären sie in einer Waschmaschine geschleudert worden.

Von der Idee bis zum Buch:
Obwohl ich in Florida aufgewachsen bin, hatte ich keine Ahnung von diesem verheerenden Hurrikan. Ich stolperte darüber, als ich für eine andere Buchidee recherchierte, und hatte das Gefühl, darüber schreiben zu müssen. Ich brauchte zwei Jahre, um zu recherchieren und schließlich den Roman fertigzustellen. Ich war empört, wie die Veteranen behandelt worden waren, und entsetzt, dass ihr Leid weitestgehend vergessen worden ist. Deshalb schrieb ich das Buch zum Teil, um die Menschen an diese tragischen Vorfälle zu erinnern, denn sie haben einige Parallelen zur heutigen Zeit: wie Kriegsversehrte behandelt werden, in Sachen Beziehungen zwischen den Rassen in den USA und was die Vorbereitungen auf Wirbelstürme angeht. Auch wenn das Ereignis vor mehr als achtzig Jahren stattfand, ist es doch immer noch von großer Relevanz.

Denkmal für die Hurrikan-Opfer - weitere Fotos auf dem Pinterest-Board der Autorin
Denkmal für die Hurrikan-Opfer – weitere Fotos auf dem Pinterest-Board der Autorin

Wie ich herausfand, dass ein deutscher Verlag die Rechte an meinem Buch gekauft hatte:
Ich bekam eine sehr aufgeregte SMS von meiner englischen Agentur. Ich war auf der Arbeit und musste gleich in eine Besprechung, aber nach dieser Nachricht konnte ich mich auf nichts mehr konzentrieren.

Was das für ein Gefühl war:
Zuerst habe ich es meinem Mann erzählt, dann all meinen Freunden, von denen einige Deutsche sind. Sie meldeten sich gleich freiwillig, die Übersetzung für mich zu lesen.

Wie ich von der Veröffentlichung erfuhr:
Mein Agent hielt mich auf dem Laufenden bezüglich der deutschen Veröffentlichung. Sie wurde einmal verschoben, um sie prominenter im Katalog von Limes platzieren zu können. Jetzt ist das Buch der Spitzentitel des diesjährigen Frühjahrsprogramms. Da habe ich natürlich sehr gerne gewartet!

Das deutsche Cover:
Ich liebe das deutsche Cover abgöttisch! Die Farben sind großartig und das Design ist ein echter Blickfang. Pfauen kommen im ersten Kapitel vor und es gibt in Florida viele. Ihre Federn sind ein sehr einprägsames Motiv. Der deutsche Verlag schickte mir eins der Poster, die für Buchhändler angefertigt wurden, und das lasse ich mir jetzt rahmen und hänge es in meinem Arbeitszimmer auf. Es ist einfach wunderschön!

Wo ich mein Belegexemplar aufbewahren werde:
Ich habe extra ein Regal für meine übersetzten Ausgaben. Da ich die deutsche aber so liebe, stelle ich sie dort nicht zwischen die anderen Bücher, sondern platziere sie mit dem Cover nach vorne.

Lafaye, Vanessa - privat - Adrian Travis PhotographyDie ersten Leserreaktionen:
Ich habe ein paar frühe Rezensionen auf Goodreads gesehen, die ganz begeistert waren, was wundervoll ist. Auch ein paar Tweets habe ich mitbekommen. Ich spreche zwar kein Deutsch, aber wozu gibt es Google Translate! Und natürlich kann ich auch meine deutschen Freunde bitten, mir zu helfen. Ich freue mich darauf, mehr von deutschen Lesern zu hören und zu erfahren, wie sie das Buch fanden.

Was ich meinen deutschsprachigen Lesern sagen möchte:
Kontaktieren Sie mich gerne und erzählen mir, was sie über meinen Roman denken, ob nun durch eine Rezension oder über meine Social-Media-Kanäle und meine Webseite. Ich antworte immer, so schnell ich kann, und ich bin sehr gespannt auf Lesermeinungen. Mit Buchclubs arrangiere ich auch gerne Chats per Skype, in denen mir die Gruppe Fragen stellen kann und wir über die verschiedenen Aspekte des Romans sprechen können.
Mein nächstes Buch, „At First Light“, kommt in Großbritannien am 1. Juni 2017 heraus. Darin geht es wieder um eine in Vergessenheit geratene Episode aus der Geschichte Floridas. Es spielt 1919 in Key West und es gibt ein Wiedersehen mit einer Figur aus „Summertime“. Da die Geschichten ein bisschen miteinander verknüpft sind, hoffe ich sehr, dass auch das neue Buch irgendwann auf Deutsch herauskommt.

Meine Webseite:
www.vanessalafaye.wordpress.com


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Cover © Limes
Fotos © Adrian Travis Photography (Autorenfoto), Vanessa Lafaye

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