Mein erstes Buch auf Deutsch – Eithne Shortall und „Liebe in Reihe 27“

In dieser Rubrik stellen wir fremdsprachige Autoren vor, von denen erstmals ein Buch ins Deutsche übersetzt wurde. Diesmal zu Gast ist Eithne Shortall mit ihrem deutschsprachigen Debüt Liebe in Reihe 27, das bei Diana erschienen ist.

Cover - Shortall, Eithne - Liebe in Reihe 27 - Diana

 

 

Cora hat den Glauben an die Liebe aufgegeben. Zumindest was sie selbst betrifft. Deshalb versüßt sie sich ihren Job am Check-in-Schalter des Londoner Flughafens damit, Singles hoch über den Wolken zu verkuppeln. Mithilfe der glamourösen Flugbegleiterin Nancy macht Cora die Reihe 27 zu einem Liebeslabor. Dort findet sich bei jedem Flug ein Passagier ganz unverhofft neben seinem potenziellen Traummann oder seiner Traumfrau wieder. Die Verwicklungen sind vorprogrammiert, auch mit Vielflieger Aidan, der nicht so durchschaubar ist, wie er scheint. Wird Cora selbst irgendwann wieder auf Wolke (2)7 schweben?

 

 

Über mich:
Mein Name ist Eithne Shortall und ich komme aus Irland.

Wie ich Autorin wurde:
Ich habe schon immer kleinere Geschichten geschrieben und wusste, dass ich mich eines Tages an einem ganzen Roman versuchen wollte. Dann bekam ich die Möglichkeit, drei Monate lang eine Auszeit zu nehmen von meinem Job als Kulturredakteurin bei einer irischen Zeitung. Also zog ich nach London und schrieb die Rohfassung von „Liebe in Reihe 27“.

Mein erstes Buch auf Deutsch:
„Liebe in Reihe 27“ ist Mitte Juni 2018 im Diana Verlag erschienen. Es ist eine gewitzte romantische Komödie über eine Angestellte einer Fluggesellschaft, die von ihrem eigenen Liebesleben gefrustet ist und sich deshalb auf das von anderen konzentriert. Also spielt sie Amor bei ihren Passagieren. Potenziellen Pärchen weist sie, ohne dass diese etwas ahnen, beim Check-in Sitze nebeneinander in Reihe 27 zu. Einige dieser Verkupplungsaktionen funktionieren, andere aber auch nicht.
Nachdem ich, wie erwähnt, drei Monate für den ersten Entwurf gebraucht habe, ließ ich das Manuskript erst einmal eine Weile ruhen. Dann habe ich es einige Male überarbeitet. Insgesamt habe ich ungefähr ein Jahr bis fünfzehn Monate daran geschrieben.

Von der Idee bis zum Buch:
Die Idee zum Buch hat zwei Ursprünge. Zum einen spiele ich schon mein halbes Leben lang selbst Amor. Seit ich siebzehn bin, verkuppele ich meine Freunde. Letztes Jahr war ich dann zum ersten Mal auf einer Hochzeit zweier Freunde eingeladen, die ich zusammengebracht habe. Ich bin ziemlich gut darin – wenn ich das mal so sagen darf. Der zweite Funke zu der Idee kam mir bei einem Flug nach Paris. Wann immer ich alleine fliege, schaue ich mich im Wartebereich am Gate um und überlege, neben wem ich am liebsten im Flugzeug sitzen würde. Diesmal dachte ich aber, wie es wohl wäre, wenn es beim Bodenpersonal jemanden gäbe, der die Leute zusammenbringt. So entstand dann die Romanidee.

Shortall, Eithne - privat

Wie ich herausfand, dass ein deutscher Verlag die Rechte an meinem Buch gekauft hatte:
Das war wirklich aufregend. Es war im Dezember 2016. Meine Lektorin schrieb mir per E-Mail, dass es für mein Buch ein Angebot eines deutschen Verlags gäbe. Dann kam eine zweite Nachricht, dass ein weiteres Angebot eines anderen deutschen Verlags eingegangen wäre. Kurz darauf bin ich mit meinem Freund ein paar Tage nach London gereist. Das war unser Weihnachtsgeschenk an uns beide. Dort erreichte mich eine weitere E-Mail, dass inzwischen fünf deutsche Verlage Interesse an meinem Buch hätten und die Rechte deshalb versteigert würden. Ich konnte es gar nicht glauben. Als meine Agentin mir nach der Auktion Bescheid gab, dass der Diana Verlag sich erfolgreich durchgesetzt und die Rechte erworben hatte, war ich total aus dem Häuschen. Ich bin dann gleich quer über die Oxford Street zu Urban Outfitters gegangen und habe mir zur Feier des Tages einen süßen rosa Pullover gekauft.

Was das für ein Gefühl war:
Nachdem ich es meinem Freund erzählt und mir zur Belohnung den Pulli gegönnt hatte, habe ich die gute Nachricht sofort in unserer Familien-WhatsApp-Gruppe verbreitet. Sie haben sich alle mit mir gefreut.

Wie ich von der Veröffentlichung erfuhr:
Ich wusste, dass das Buch diesen Sommer auf Deutsch herauskommen würde, das war aber auch schon alles. Mit der Übersetzung hatte ich nicht viel zu tun. Da ich kein Deutsch kann – Französisch und irisches Gälisch sind die einzigen Fremdsprachen, die ich beherrsche –, habe ich der Übersetzerin voll und ganz vertraut. Letzte Woche ist dann ein Paket mit Belegexemplaren der deutschen Ausgabe bei meinen Eltern eingetroffen, wohin ich immer noch meine Post schicken lasse. Ich bin dann sofort los, um sie abzuholen.

Shortall, Eithne - privat (2)Das deutsche Cover:
Ich liebe das deutsche Cover. Es ist bislang mein liebstes – und ich habe inzwischen ungefähr acht Cover aus verschiedenen Ländern gesehen. Es ist ein bisschen angelehnt an das britische Cover, aber viel schöner. Ich mag die Farben und die Silhouetten der Sehenswürdigkeiten unten am Rand. Und ich finde die eingefalzten Klappen so toll. Ich habe erst kürzlich erfahren, dass man sie so nennt.

Wo ich mein Belegexemplar aufbewahren werde:
Momentan ist es mir noch etwas peinlich, meine Bücher offen zu präsentieren. Das ist wohl so ein irisches Ding, Angst davor zu haben, man könnte eingebildet oder selbstverliebt wirken. Deshalb sind meine ganzen Belegexemplare noch in einer Kiste. Allerdings bin ich gerade dabei, ein Haus zu kaufen, und wenn ich diesen Sommer einziehe, bekommen meine Bücher ihr eigenes Bücherregal.

Die ersten Leserreaktionen:
Da kommen die sozialen Medien ins Spiel. Ich wurde schon bei einigen netten Beiträgen auf Twitter, Instagram und Facebook getaggt. Die Posts auf Instagram waren besonders großartig, weil die deutschen Leser sich so viel Mühe gegeben haben, das Buch schön zu präsentieren.

Was ich meinen deutschsprachigen Lesern sagen möchte:
Ich bin jetzt schon ein paar Jahre Autorin, aber ich fühle mich immer noch sehr geehrt, wenn jemand ein Buch von mir liest. Ganz lieben Dank dafür! Und es freut mich, dass Diana auch mein zweites Buch, Grace After Henry, eingekauft hat. Darin geht es um eine junge Frau, deren Freund stirbt, als sie gerade ihr erstes gemeinsames Haus kaufen. Grace glaubt, Henry überall zu sehen, bis eines Tages ein Mann vor ihrer Tür steht, der genau wie er aussieht. Ich hoffe sehr, dass die deutschen Leser nicht allzu lange warten müssen, bis sie es lesen können.

Banner - Shortall, Eithne - Liebe in Reihe 27

Meine Webseite:
www.eithneshortall.com
Sie ist auf Englisch, aber sollten die deutschen Leser es möchten, würde ich auch eine deutsche Unterseite einrichten.


Cover, Banner und Klappentext © Diana
Fotos © Eithne Shortall