Kurz nachgehakt bei PAN zu den Zielen des Phantastik-Autoren-Netzwerks

In unserer Rubrik „Kurz nachgehakt“ stellen wir Branchenvertretern jeweils drei Fragen zu einem Thema, das für sie gerade aktuell ist. Heute sprechen wir mit Lena Falkenhagen vom Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN), das letzte Woche zu seinem zweiten Branchentreffen geladen hatte.

PAN LogoWie kam es im November 2015 zur Gründung des Phantastik-Autoren-Netzwerks? Wer steht hinter PAN? Und was sind die Ziele des gemeinnützigen Vereins?
Diana Menschig hat die Menschen zusammengebracht, von denen sie dachte, dass diese sie zur Gründung des Phantastik-Autoren-Netzwerks unterstützen würden. Ich hatte damals zweimal mit ihr darüber telefoniert und ihr zugesichert, dass ich auch einen Vorstandsposten übernehmen würde. Diana hatte die wilde Idee, einen Verein zu gründen, um das Ansehen der Phantastik zu verbessern. Herzstück des Ganzen sollte eine Branchen-Konferenz zum Austausch und Netzwerken sein. Daraus wurde das Branchentreffen der Phantastik.
Hinter PAN stehen demzufolge in erster Reihe Diana Menschig als erste Vorsitzende, Lena Falkenhagen als zweite Vorsitzende und Verantwortliche für PR und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Fabienne Siegmund, unsere neue Schatzmeisterin. Dahinter stehen aber viele engagierte Mitglieder, die sich in die Vereinsarbeit einbringen und uns bei den Projekten unterstützen, sei es in Arbeitsgruppen, mit ihrer Expertise oder als Mitorganisatoren der Phantastik-Lounge auf der Leipziger Buchmesse. Das Engagement unserer Mitglieder hat uns gestattet, auf viele Erfolge in den ersten eineinhalb Vereinsjahren zurückzublicken.
Ziel der Vereinigung ist es, der deutschsprachigen Phantastik eine Stimme auf dem Literaturmarkt zu verleihen, für Autorenrechte einzutreten und Orientierung in einem sich schnell verändernden Markt zu geben.

Wie jedes andere Genre auch ist die Phantastik vielfältig, von High Fantasy bis Romantasy. Wie definiert PAN Phantastik? Und sind manche Subgenres höher angesehen als andere?
Die letzte Frage beantworte ich zuerst aus tiefstem Herzen mit einem „nein!“. Von Romantasy bis zu Steampunk, von Urban Fantasy über Horror zu Science Fiction – all das gilt für uns vollständig gleichwertig, und alles als Phantastik. Die Phantastik ist ein Literaturgenre, dessen Inhalte vom faktischen Vorhandensein unmöglicher Sachverhalte erzählen. Dinge, die in der Realität nicht möglich sind, beispielsweise metaphysische Kräfte oder Mächte, wie Magie, Engel und Dämonen, von denen die Fantasy oder der Horror erzählen, zählen genauso zur Phantastik wie (derzeit) praktisch unmögliche Begebenheiten und technologische Entwicklungen, etwa der Besuch von Alternativwelten, Zeitreisen, Teleportation und Ähnliches, die typische Themen der Science Fiction sind. Kurz gesagt: Alle Bücher, die unerklärliche, übernatürliche oder zukunftstechnologische Bestandteile haben, gelten bei uns als Phantastik. Wir sind in unserem Ansatz also sehr generalistisch.

Gründungsversammlung im November 2015 (© PAN)
Gründungsversammlung im November 2015 (© PAN)

In Berlin fand kürzlich das 2. PAN-Branchentreffen statt. Warum ist diese Veranstaltung so wichtig?
Das PAN-Branchentreffen ist wichtig, da wir das Ansehen der Phantastik in der Öffentlichkeit verbessern wollen. Auf dem Branchentreffen kann man sich gezielt mit der Phantastik beschäftigen, wird zum Austausch von Themen und Blick über den Tellerrand eingeladen. Wir diskutieren dort aktuelle Probleme mit und um die Wahrnehmung von Phantastik, Schnittstellen mit anderen Medien und Formaten, Lösungsansätze.
Ein zweiter Grund für das Branchentreffen ist der Wunsch, unsere Autoren und Förder-Mitglieder (wie Lektoren, Übersetzerinnen, Verlage) enger miteinander und mit der ganzen Szene zu vernetzen.
Auf dem ersten PAN-Branchentreffen wurde zum Beispiel Akram El-Bahays ‚Baby‘ Henriette und der Traumdieb mit dem Ueberreuter-Verlag empfangen. Jennifer Benkau lernte dort den zukünftigen Verleger ihres Imprints Ink Rebels beim Amrûn-Verlag kennen. Solche Erfolgsgeschichten geben uns Mut und machen uns glücklich.
Wir hoffen, dass auch aus dem diesjährigen zweiten Branchentreffen neue Buch-Babys hervorgehen. Eine Verbindung deutete sich schon an, alles andere muss die Zeit zeigen.


Webseite des Phantastik-Autoren-Netzwerks

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