Kurz nachgehakt bei Francke zum Autorenfestival

In unserer Rubrik „Kurz nachgehakt“ stellen wir Verlagen jeweils drei Fragen zu einem Thema, das für sie gerade aktuell ist. Heute erzählt uns Francke etwas zum diesjährigen Autorenfestival.

Francke Autorenfestival 2016

Am 4. Juni 2016 findet zum dritten Mal das Francke-Autorenfestival in Marburg statt. Was war damals der Auslöser, eine eigene Veranstaltung durchzuführen? Und war von Anfang an geplant, sie regelmäßig alle zwei Jahre stattfinden zu lassen?
Ein wichtiger auslösender Faktor war die Erfahrung, dass die Bedeutung der Frankfurter Buchmesse als Treffpunkt für Verleger, Buchhändler und Leser immer weiter abnimmt und wir die enormen Kosten, die mit einer Teilnahme an der Buchmesse verbunden sind, genauso gut in ein „Format“ investieren können, das sehr viel wirkungsvoller und gezielter unser Lese-Publikum anspricht als eine Messekoje mit drei vollgestopften Präsentationswänden.
Nachdem ein anderer Verlag aus dem konfessionellen Bereich es bereits geschafft hatte, eine nennenswerte Zahl von Autoren, Buchhändlern und Lesern in einer ähnlichen Veranstaltung zusammenzubringen, erschien uns der Gedanke gar nicht mehr so abwegig, eine Autorin aus den USA einfliegen zu lassen, um sie ihren deutschen „Fans“ vorzustellen. Zwar war nicht von Anfang an geplant, etwas Ähnliches alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, wir konnten uns aber irgendeine Art von Fortsetzung durchaus vorstellen – an populären Autorinnen herrschte ja schon damals kein Mangel bei Francke. Vollends überzeugt von dem Konzept waren wir, als das erste Festival 2012 – gekoppelt mit einer Lesereise drum herum – ausgesprochen erfolgreich abgelaufen war.
Der Abstand von zwei Jahren schien uns einfach geeignet, um zwischendurch mal Luft zu holen, zumal wir bereits beim zweiten Durchgang 2014 gleich drei US-amerikanische Autorinnen präsentierten: Lynn Austin, Tamera Alexander und Elizabeth Musser. Auch dieser Tag samt anschließender Lesereise bescherte uns viele Besucher, neue Freunde und erfreuliche Umsätze. Kein Wunder, dass wir es diesmal noch attraktiver gestalten werden.

Bei den ersten beiden Autorenfestivals gab es jeweils eine bunte Mischung aus internationalen und deutschsprachigen Autoren, Roman und Sachbuch sowie Erwachsenen- und Kinderbuch. Wen und was dürfen die Besucher diesmal erwarten?
Zum einen übernehmen drei populäre Romanschriftstellerinnen höchstpersönlich die Präsentation ihrer druckfrisch angelieferten Neuerscheinungen: Lisa Wingate („Die Hüterin der Geschichten“) und Karen Witemeyer („Entführerin wider Willen“) aus den USA und Irma Joubert („Sehnsuchtsland“) aus Südafrika.
Zum anderen finden sich an diesem Tag auf dem Verlagsgelände am Schwanhof und im Hessischen Landestheater gegenüber aber auch noch andere wichtige Autoren des Verlages ein. Autoren, deren Bücher durchweg in mehreren Auflagen gedruckt werden, weil das, was sie zu sagen haben, die Menschen in ihrem Innersten bewegt. Darunter der Psychologe Jörg Berger, dessen Bücher über den richtigen Umgang mit „stachligen“ Persönlichkeiten zu den Topsellern des Verlages gehören – weil er ein Thema anspricht, mit dem jeder Mensch etwas anfangen kann. Und weil er sehr praktische, intelligente und zum Teil überraschende Möglichkeiten aufzeigt, wie man diesen unangenehmen Zeitgenossen richtig begegnet. Auch Andrea Wegener wird kommen, die in dem Buch „Entkommen aus dem Netz des Jägers“ die Situation der verfolgten Christen im Irak beleuchtet. Die Mitarbeiterin des Hilfswerkes GAiN hat ein Buch vorgelegt, das packend und authentisch ist, weil sie aus eigener Anschauung berichtet: Sie war im Herbst 2014 in Erbil, als der Vormarsch des IS nur wenige Kilometer vor der Stadtgrenze gestoppt werden konnte. Ihre Erfahrungen sind eine wichtige Stimme, die in der Diskussion um die Flüchtlingskrise gehört werden sollte.
Dann wird Marie-Sophie Maasburg aus ihrem Buch „Gerne unbequem“ lesen, in dem sie das intensive und ungewöhnliche Leben ihrer Großeltern schildert, des Fürstenpaares Castell. Diese Lesung wird wohl eine ganz besondere Prägung haben, da Fürst Castell erst vor wenigen Wochen hochbetagt verstorben ist.
Und schließlich kommen auch die kleinen Bücherwürmchen nicht zu kurz – Martina Groß liest aus ihrem neuen Kinderbuch „Mia und was wirklich zählt“. Die Mutter zweier Töchter erzählt darin die Geschichte einer turbulenten Klassenfahrt, die zwar chaotisch endet, aber zu neuen Freundschaften führt. Was will man mehr an einem Tag wie diesem?
Es gibt also einige literarische Höhepunkte, die auf unsere Gäste warten, aber auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Und wer einfach mal die Arbeit eines Literaturbetriebes kennenlernen will, der kann bei einer Führung einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen werfen. Auf jeden Fall wird es ein entspannter Tag unter den Bäumen des schönen Verlagsgartens mit einem anregenden Programm, das im Verlag direkt, in der Francke-Buchhandlung in der Schwanallee oder im großen Saal des hessischen Landestheaters läuft.

Für wen ist das Autorenfestival gedacht? Wer darf kommen? Und was kostet es?
Da wir – wie oben geschildert – für jedes Alter und für jeden Geschmack etwas dabei haben, darf, nein sollte jeder kommen, dem nun das Wasser im Mund zusammengelaufen ist. Er oder sie hat zu allen Programmpunkten kostenlosen Zutritt. Los geht es um 10 Uhr im Hessischen Landestheater. Herzlich willkommen!


Autorenfestival

www.francke-buch.de