Kurz nachgehakt bei Corinna Wieja zu ihrer neuen Kinderbuchserie über Dschinns

In unserer Rubrik „Kurz nachgehakt“ stellen wir Autoren jeweils drei Fragen zu einem Thema, das für sie gerade aktuell ist. Heute erzählt Corinna Wieja von ihrer Liebe zu Büchern und ihrem Faible für Sprache, das sie auch in ihr neues Kinderbuch Simsaladschinn – Das Mädchen aus der gelben Tasche hat einfließen lassen.

Cover - Wieja, Corinna - Simsaladschinn - Das Mädchen aus der gelben TascheSie sind Übersetzerin und Kinderbuchautorin, man könnte sagen, Bücher sind ein wichtiger Bestandteil Ihres Lebens. Wann haben Sie Ihre Liebe zu Büchern entdeckt? Gab es ein bestimmtes Buch oder einen Autor, mit dem alles anfing? Und haben Sie diese Liebe auch an Ihre Kinder weitergegeben?
Ich fand Bücher schon immer toll, weil ich darin in andere Welten abtauchen konnte. Daher fällt es mir schwer, einen Autoren zu nennen, mit dem alles anfing. Ich glaube, wenn ich mich festlegen müsste, dann war das wohl die „Fünf Freunde“-Serie von Enid Blyton. Die fand ich klasse, weil man da auch so schön miträtseln konnte. Ebenso wie bei „Die drei ???“ oder „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner. Auch heute habe ich noch ein Faible für unblutige Krimis à la Agatha Christie und ich mag humorvolle Geschichten, bei denen man mal abschalten und den Alltag vergessen kann, wie beispielsweise die Romane von Janet Evanovich oder Kerstin Gier.
Mein absolutes Lieblingsbuch aus meiner Kindheit ist „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Da klingt schon allein der Titel verheißungsvoll. Aber auch die Bücher von Astrid Lindgren, Ottfried Preußler und Paul Maar gehören zu meinen Lieblings-Lesekindheitserinnerungen. Absolute Highlights sind für mich immer noch „Der Buchstabenfresser“ von Paul Maar und „Die Gebrüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren. Und ja, auch meine Kinder lesen gern und querbeet durch alle Genres. Die abendlichen Vorlesestunden waren immer schön kuschelig und natürlich habe ich ihnen da auch gern die Bücher vorgelesen, die ich in meiner Kindheit selbst gern gelesen habe. Inzwischen sind beide zu groß fürs Vorlesen, aber das abendliche Lesen vor dem Zubettgehen ist als Ritual geblieben.

In diesem Jahr ist Ihr neues Kinderbuch „Simsaladschinn – Das Mädchen aus der gelben Tasche“ erschienen. Den Auftakt einer neuen Serie beim Magellan Verlag haben Sie auch auf der Leipziger Buchmesse bei einer Lesung präsentiert. Waren Sie vorher aufgeregt? Um was geht es in dem Buch? Wie kamen Sie auf die Idee? Und wie und wann geht es weiter?
Oh, ich war total aufgeregt vor der Lesung. Meine Hände haben gezittert und ich fürchte, ich habe vor lauter Aufregung am Anfang auch reichlich „Ähms“ und „Öhs“ eingebaut. Aber das Publikum war toll und ich hoffe, den Zuhörern hat die Lesung genauso viel Spaß gemacht wie mir. In „Simsaladschinn“ geht es um das Dschinnmädchen Amanda, die zum Abschluss ihrer Schulzeit eine Erdenprüfung ablegen soll. Sie muss 77 Wochen dort verbringen, sich von einem Menschen finden lassen und dann dessen Wünsche erfüllen. Das ist eine alte Dschinntradition zu Ehren von Amandas 7-Ur-Großvaters Machmut. Amanda hat jedoch keine Lust, anderer Leute Wünsche zu erfüllen, deshalb sucht sie sich eine Tasche aus, in der bestimmt niemand eine Dschinnie vermuten wird, denkt sie. Dann wird jedoch ihr Freund und Lehrer Muffid entführt und um ihn zu befreien, benötigt Amanda die Hilfe eines Menschen. Den findet sie in dem Jungen Jonas. Allerdings verliert Amanda durch ein Missgeschick ihre Zauberkräfte und nun ist guter Rat teuer.
Die Idee zu der Geschichte kam mir, als mein Sohn mich fragte, warum Dschinns eigentlich in Wunderlampen leben. Ich wusste es nicht und habe nachgeforscht. Dabei entstand dann auch die Frage, warum die Dschinns eigentlich den Menschen die Wünsche erfüllen müssen beziehungsweise was passiert, wenn sie es nicht tun. Sie sind doch so viel stärker als Menschen. Und dann ist mir Amanda beim Fensterputzen erschienen.
Der zweite Band erscheint übrigens im Juli und darin will Amandas fieser Gegenspieler Schalimm fürchterliche Rache nehmen, was ihm aber nicht ganz leichtfällt, da er zur Strafe in einen Teppich verwandelt wurde.

"Simsaladschinn" am Stand des Magellan Verlags auf der Leipziger Buchmesse 2017
„Simsaladschinn“ am Stand des Magellan Verlags auf der Leipziger Buchmesse 2017

Diamandarazade alias Amanda, die Heldin des Auftaktbands, liebt es, wie andere Dschinns auch, mit Sprache zu spielen. Neue, schöne Wörter lassen sie geradezu in Verzückung geraten. Hat Sie da etwas mit Ihnen gemeinsam? Haben Sie ein Lieblingswort oder eine Top 3?
Ich hab ganz viele Lieblingswörter. Jeden Tag ein neues sozusagen. Ich denke mir auch gerne Wörter aus. Ich finde, unsere Sprache ist super für Wortzusammensetzungen, Wortspielereien und Wortneuschöpfungen. Meine Top 3 ist im Moment: Larifari, Kladderadatsch und Kokolores. Ich mag den Klang dieser Wörter. Vor allem Wörter, die man heute nicht mehr so oft hört, haben es mir angetan wie Paletot, blümerant oder Blaustrumpf.
Ich finde, Geschichten haben viel mit Musik gemeinsam. Sie sind wie eine Komposition. Auch Geschichten müssen einen stimmigen Ton haben, jeder Satz hat seinen eigenen Klang und durch einen schönen Rhythmus der Sätze wird die Geschichte erst zu einem stimmigen Ganzen.


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Cover © Magellan Verlag
Foto © TD

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