Kurz nachgehakt bei Brigitte Kanitz zum Drei-Generationen-Projekt „Jenseits der Grillenbäume“

In unserer Rubrik „Kurz nachgehakt“ stellen wir Autoren jeweils drei Fragen zu einem Thema, das für sie gerade aktuell ist. Heute erzählt Brigitte Kanitz von dem Buch Jenseits der Grillenbäume, das gerade exklusiv bei Weltbild erschienen ist und das auf besondere Weise drei Generationen ihrer Familie vereint.

Cover - Canetta, Virginia - Jenseits der Grillenbäume - Weltbild„Jenseits der Grillenbäume“ hat eine außergewöhnliche Entstehungsgeschichte. Das unvollendete Manuskript fand sich im Nachlass Ihrer Mutter, Christa Kanitz, die unter ihrem eigenen Namen und als Christa Canetta zahlreiche Romane verfasst hat und 2015 verstarb. Wann kam Ihnen der Gedanke, es zu vollenden? Und warum haben Sie sich entschlossen, es unter dem Namen Ihrer Tochter – Virginia Canetta – zu veröffentlichen?
Die Ehre gebührt ganz meiner Schwester Christine Lundgren. Sie fand die mit Maschine geschriebenen Seiten im Nachlass unserer Mutter und erzählte mir und unserer dritten Schwester, Ulrike Richter, davon. Wir standen an dem Tag an Christas Grab, kippten etwas Frascati auf die Grabplatte – den trank sie immer so gern – und beschlossen, etwas daraus zu machen. Also hat Christine das Manuskript in den Computer eingegeben, Ulrike, die schon häufig in Südafrika war, brachte das Lokalkolorit ein und modernisierte den Text. Ich selbst habe schließlich an Figuren und Handlung gearbeitet und so zirka 100 Seiten dazugeschrieben.
Virginias Name kam ins Spiel, weil es ja eine Veräppelung der Leser wäre, Christa Canetta als Autorin zu nennen. Und von uns Schwestern wollte sich keine vordrängeln. Also warum nicht die Enkelin nehmen, die selbst eine begeisterte Leseratte ist und sämtliche Bücher von Omi und Mama kennt? Die Honorare gehen übrigens an Christas beide Enkeltöchter. Das hätte sie gefreut.

Sie sind in die Fußstapfen Ihrer Mutter getreten und haben Schreiben zu Ihrem Beruf gemacht – zunächst als Journalistin, seit fast dreißig Jahren nun als Autorin. Was konnten Sie von ihr lernen? Haben Sie eine liebste Erinnerung an Ihre schreibende Mutter? Und wie hat sie Ihnen die Liebe zum Schreiben und zu Büchern vermittelt und haben Sie diese auch an Ihre Kinder weitergegeben?
Gelernt habe ich, niemals aufzugeben. Meine Mutter trennte sich von unserem Vater, als wir noch klein waren, und es waren auch finanziell keine einfachen Zeiten. Wenn dann mal ein Honorar von einer Zeitschrift kam, gab es ein Festessen: Hühnchen mit Pommes.
Die Liebe zu Büchern gehört zur DNA unserer Familie. Es gibt Romane, die gingen durch alle Hände und sehen entsprechend aus, werden aber wie Schätze gehütet. Das Schreiben kam bei mir aber eher von selbst. Ich war ja früher Redakteurin, und als ich dann nach Italien zog, habe ich einfach weitergeschrieben, eben auf anderem Gebiet.
Bislang sind meine Töchter noch nicht mit dem Schreib-Wahnsinn angesteckt, aber lesen tun sie auch sehr viel.

Wie sieht es mit einem neuen Buch von Brigitte Kanitz – oder einem Ihrer Pseudonyme – aus?
Ich bin nach wie vor sehr fleißig. Gerade bei Blanvalet erschienen ist Die Herzensammlerin von Brigitte Kanitz, und im September erscheint bei Ullstein Windmühlenträume von Brigitte Janson. Wer Lust hat, kann gern auf meiner Hompage stöbern oder mich bei Facebook besuchen.


www.brigittekanitz.de
Brigitte Kanitz auf Facebook
Eintrag auf Wikipedia zu Christa Kanitz

Cover © Weltbild

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