Im Gespräch mit Poppy J. Anderson über die Leidenschaft fürs Schreiben, Kochen und Football

Anderson, Poppy J. - Tomas Rodriguez, Köln

Wer in den letzten Wochen eine Buchhandlung betreten hat, konnte immer wieder einen Autorennamen erblicken: Poppy J. Anderson. Lesern, die auch online nach Büchern suchen, ist die Autorin schon seit ein paar Jahren bekannt. Weit über zwanzig Liebesromane und Novellen, ein paar auch unter dem Namen Alexandra Graham, hat die studierte Historikerin seit 2012 in Eigenregie veröffentlicht und sich damit eine große Fangemeinde erschrieben. Anfang des Jahres ging mit Geheimzutat Liebe eine neue Serie von ihr an den Start, diesmal bei einem Verlag. Am Stand von Bastei Lübbe auf der Leipziger Buchmesse hatten wir die Gelegenheit und das Vergnügen, mit Carolin Bendel, wie sie eigentlich heißt, über ihr Leben und ihre Bücher zu plaudern und uns auch den zweiten Band, Küsse zum Nachtisch, anzusehen.

Sie sind heute erfolgreiche Autorin. Vor ein paar Jahren sah ihre berufliche Laufbahn aber noch ganz anders aus. Vermissen Sie Ihre Arbeit als Geschichtslehrerin?
Ich vermisse einige Schüler manchmal, da die einem doch ans Herz wachsen. Das unterrichten macht auch wirklich Spaß. Aber ich finde, nichts geht über das Schreiben. Man ist da sein eigener Herr und kann, wenn man will, sogar in der Pyjamahose schreiben. Und wenn es einem mal nicht so gut geht, man vielleicht Kopfschmerzen hat, kann man in Ruhe am eigenen Schreibtisch sitzen und muss nicht vor sechsundzwanzig wissbegierigen, und teilweise genervten, pubertierenden Kindern stehen.

Der große Wendepunkt in Ihrem Leben war 2012, als Sie die Möglichkeit des Selbstveröffentlichens entdeckten. Geschrieben haben Sie aber schon lange davor. Wie viele Manuskripte hatten sich schon in Ihrer Schublade angesammelt?
Ich habe tatsächlich immer noch viele Manuskripte, teilweise auch nur Fragmente, in der Schublade. An denen würde ich heute aber nicht unbedingt weiterarbeiten, weil sie nicht ausgereift genug sind oder mir die Geschichte heute nicht mehr gefällt. Damals waren es so um die zwanzig Manuskripte, wie gesagt, bei einigen auch nur so zwei, drei Kapitel. Es waren auch einige historische Romane dabei. Die verfolge ich heute gar nicht mehr, weil mir die modernen doch mehr Spaß machen, wenn ich ehrlich bin. Als ich mit dem Selfpublishing angefangen habe, habe ich aber auch komplett was Neues geschrieben. Manchmal habe ich allerdings zumindest ältere Ideen übernommen. Und später habe ich auch ältere Manuskripte überarbeitet.

Hatten Sie nie versucht, einen Verlag zu finden?
Nein, habe ich nicht, weil ich dachte, es sei total utopisch, genommen zu werden. Ich hatte die Vorstellung, Verlage bekommen pro Tag wahrscheinlich hunderte Manuskripte, die dann gleich im Archiv oder ungelesen im Mülleimer landen. Für mich war Autor ein richtiger Traumberuf, so wie andere davon träumen, sie gehen nach Hollywood und werden Schauspieler. Als ich dann vom Selfpublishing gehört habe, dachte ich, das ist witzig, ich probiere es einfach mal. Vielleicht lesen es ja fünf Leute.

Anderson_GeheimzutatLiebe_U1.inddIhr Genre sind die Liebesromane. Haben Sie selbst auch gerne Liebesromane gelesen? Hatten Sie Vorbilder oder Lieblingsautoren?
Ich schreibe Liebesromane, weil ich die nicht nur jetzt gerne lese, sondern früher schon am liebsten gelesen habe. Es ist einfach das Genre, mit dem ich mich am wohlsten fühle. Und man kann so viele Sachen miteinander kombinieren. Meine absolute Lieblingsautorin ist Diana Gabaldon. Ich liebe die Highland-Saga, diese Liebesgeschichte über Generationen, dann das Historische, das so wunderbar recherchiert ist. Und Schottland ist sowieso mein Traumland. Deswegen passt das alles so unglaublich gut. Außerdem schreibt sie so super intelligent und es ist so spannend. Deshalb finde ich die Bücher so toll und warte mit Sehnsucht auf das nächste.

Gucken Sie auch die Serie „Outlander“?
Ja, ich habe sogar Sam Heughan, der den Jamie spielt, mal getroffen. Das war auf einem Fan-Event, der RingCon 2015 in Bonn. Aber ich muss gestehen, ich finde die Bücher noch besser.

Wie wäre es denn, wenn Ihre Bücher verfilmt würden?
Das wäre ein absoluter Traum. Das wäre wirklich toll.

Und würden Sie sich eher eine amerikanische oder englische Produktion wünschen oder würde es auch das ZDF Herzkino tun?
Da bin ich total frei. Es muss nicht gleich der amerikanische Blockbuster sein. Es wäre schon traumhaft, wenn sie im ZDF liefen.

Sie haben sich für ein Pseudonym entschieden, noch dazu ein sehr amerikanisch klingendes. Warum? Und hat es eine bestimmte Bedeutung, besonders der Vorname, der ja Mohnblüte heißt?
Ich habe ein Pseudonym gewählt, weil ich das Schreiben der Romane von meiner wissenschaftlichen Arbeit als Historikerin trennen wollte. Außerdem fand ich es logisch, einen amerikanisch klingenden Namen zu wählen, wenn man Geschichten schreibt, die in den USA spielen. Es war aber immer ein offenes Pseudonym, das heißt, es war bekannt, dass eine deutsche Autorin dahintersteht. Das war mir auch wichtig. Und eine Bedeutung hat der Name auch. Ich habe als Kind immer gerne Mohnkuchen gegessen, deswegen blieb mir „Poppy“ im Kopf. Und ich fand, das ist ein perfekter Vorname für jemanden, der Liebesromane schreibt. Anderson habe ich genommen, weil ich unheimlich gerne die Bücher von Johanna Lindsey gelesen habe, und da kam eine Familie namens Anderson drin vor. Ich fand die wunderbar. Das waren so tolle, raubeinige Männer. Das hat mir gut gefallen. Und die Initiale J habe ich genommen, weil sie für den Namen meines Patenkindes steht.

Wie schwer war es, sich in das Selfpublishing-Thema einzuarbeiten? Wie lange haben Sie gebraucht, um zu lernen, was alles dazugehört und wie es technisch funktioniert?
Ich habe es anfangs ganz alleine gemacht, ich hatte aber auch keine hehren Ziele zu Beginn. Wenn ich mal fünfzig Bücher im Jahr verkaufen sollte, war das schon der Jackpot in meinen Augen. Ich war also ziemlich blauäugig. Ich habe mich zwar in das Thema eingelesen, war aber technisch überhaupt nicht auf dem neuesten Stand. Das hat dann schon etwas gedauert. Ich finde aber auch, dass das Selfpublishing nach wie vor ein Lernprozess ist. Ich würde nicht behaupten, dass ich jetzt alles darüber weiß. Man erfährt immer neue Sachen, es gibt ständig Änderungen. Also muss man darauf achten, up to date zu bleiben.

Machen Sie heutzutage noch immer alles alleine?
Nein, mittlerweile nicht mehr, weil ich einfach gemerkt habe, dass es professioneller ist, wenn man auch andere Leute dranlässt, die beispielsweise das Cover machen. Ich kann das einfach nicht. Ich würde es gerne können, aber es gibt ja glücklicherweise kreative Leute, die sie wunderbar gestalten können. Auch anderes wird ausgelagert wie das Lektorat und das Korrektorat. Aber ich mache immer noch das Marketing selber und kümmere mich auch persönlich um meine Social-Media-Auftritte. Da habe ich keine Assistentin. Die Hauptarbeit mache ich also tatsächlich noch alleine.

Cover - Anderson, Poppy J. - Touchdown fürs GlückIhre „New York Titans“-Serie dreht sich um ein fiktives Football-Team und die Beziehungen der Spieler und Mitarbeiter. Wie sind Sie auf Football gekommen?
Ich bin ein großer Fan von Mannschaftssportarten. Ich fand auch die USA schon immer faszinierend, deswegen Football auch. Es sieht zwar sehr raubeinig aus, aber im Grunde ist es sehr strategisch. Da sind unglaublich viele Spielzüge dabei, das fand ich früher schon interessant. Als ich dann das erste Buch der Serie geschrieben habe, brauchte ich für meinen Protagonisten noch einen Job, der ihn gezwungen hat, öfter umzuziehen und viel unterwegs zu sein. Und damals lief im Fernsehen Werbung für einen amerikanischen Footballfilm. Ich dachte dann: Perfekt, dann mache ich doch einfach einen Footballspieler aus ihm.

Was ist sexy an der Sportart und den Spielern? Und können Sie sich vorstellen, auch mal über Fußballer zu schreiben?
Ganz ehrlich, ich hätte bei Fußballern als Autorin immer jemanden wie Lothar Matthäus vor Augen. Das fände ich jetzt nicht so attraktiv. Andere vielleicht, ich nicht unbedingt. Footballer haben für deutsche Leser hingegen immer noch so etwas Exotisches. Ich finde, sie sind so etwas wie moderne Krieger. Sie sehen so aus, als würden sie in die Schlacht ziehen mit ihren Helmen und den Schulterpolstern. Es ist ja eine Kontaktsportart, noch dazu eine sehr körperliche. Und die Spieler sind unglaublich faszinierende Personen oder Figuren, weil man ihnen natürlich mit ihrer rauen äußeren Schale sehr weiche Charaktereigenschaften oder irgendetwas Dramatisches auf den Leib schneidern kann.

Gleich Ihre erste Veröffentlichung Touchdown fürs Glück – eigentlich Band 2 der Serie, der aber als erster herauskam – war ein großer Erfolg mit schnell 60.000 Verkäufen. Wie überrascht waren Sie? Und war es reine Mundpropaganda oder haben Sie sich vorher eine Strategie überlegt?
Ganz am Anfang hatte ich wirklich gar keine Strategie. Ich hatte keine Homepage, keinen Facebook-Auftritt. Das kam erst nach und nach. Und ich bin bis heute noch wahnsinnig überrascht und muss mich manchmal kneifen, dass es so gekommen ist. Vor allem am Anfang konnte ich das überhaupt nicht realisieren. Ich habe zwar die Zahlen gesehen, aber gedacht, irgendwas stimmt da nicht. Nein, das kann nicht sein. Erst später habe ich angefangen, Strategien zu entwickeln, weil ich davon ausgegangen bin, wenn ich jetzt Leserin wäre, woran hätte ich denn Spaß, an was für Aktionen. Worauf wäre ich gespannt, wenn ich wüsste, das nächste Buch kommt in ein paar Monaten raus. Wie kann ich die Leser dazu bringen, weiter Spaß an den Büchern zu haben, bevor die nächsten veröffentlicht werden.

Heute sind Sie Profi, was Öffentlichkeitsarbeit angeht. Wie viel Ihrer Zeit investieren Sie in die Vermarktung Ihrer Bücher, den Kontakt mit Fans, die Vorbereitung von besonderen Aktionen oder Events?
Spontan würde ich sagen, das Schreiben machte heute vierzig Prozent aus, alles andere eigentlich schon sechzig Prozent. Das sind Absprachen mit der Coverdesignerin, man spricht mit der Lektorin und der Korrektorin. Dann lasse ich die Bücher auch noch übersetzen, also spricht man auch noch mit der Übersetzerin. Man ist in Netzwerken aktiv mit Lesern und anderen Autoren. Man macht Marketingaktionen bei Facebook, bereitet sich auf die Messen vor, muss Giveaways bestellen. Dann muss man wieder mit der Coverdesignerin reden … Es ist wirklich ein Vollzeitjob, der einen sieben Tage in der Woche beansprucht.

Glauben Sie, dass es heutzutage überhaupt noch geht, sich als Autor in seinen Elfenbeinturm einzuschließen und nicht selbst seine Bücher aktiv zu vermarkten?
Ich glaube, dass es trotz allem noch Überraschungserfolge geben kann von Leuten, die ihr Buch einfach bei einem Händler hochladen, das sich dann per Mundpropaganda verbreitet. Ich würde auch nicht ausschließen, dass es funktioniert, ohne dass man Marketing betreibt. Aber ich denke, dass es schwierig ist, wenn man nichts macht.

Sie waren die erste deutschsprachige Selfpublisherin, die über eine Million E-Books verkauft hat. Wann war Ihnen klar, dass Sie Ihren bisherigen Beruf aufgeben und sich ganz auf Ihre Autorenkarriere konzentrieren konnten? Und war das überhaupt das Ziel?
Es war tatsächlich immer mein Traum, Autorin zu sein. Ich habe letztens noch darüber nachgedacht, dass ich das schon mit sechs, sieben Jahren gesagt habe. Ich hatte das Glück, dass ich keinen Beruf aufgeben MUSSTE, weil ich schon mit dem Lehrerberuf abgeschlossen hatte, denn ich saß schon am Schreibtisch und hatte angefangen, meine Doktorarbeit zu schreiben. Ich habe also nur meine Doktorarbeit in die Schublade gelegt und die Manuskripte herausgeholt. Deswegen war es für mich nicht so schwer wie für jemanden, der seinen Job kündigt und dann erst beschließt, Autor zu werden, oder plötzlich den Erfolg hat und es sich dann leisten kann, den bisherigen Beruf aufzugeben. Für mich war das also eine sehr glückliche Fügung.

E-Books haben erst die Grundlage des Selfpublishing-Siegeszugs geschaffen. Viele Autoren beschränken sich sogar auf rein digitale Veröffentlichungen. Sie aber bieten auch gedruckte Bücher an. War das von Anfang an so? Warum ist Print für Sie wichtig? Und wie halten Sie es privat, lesen Sie lieber E-Books oder gedruckte Bücher?
Ich habe die ersten anderthalb Jahre keine Taschenbücher veröffentlicht, weil ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht habe. Aber dann kamen Leser, die gesagt haben: Das ist mein Lieblingsbuch, das möchte ich auch gerne im Regal stehen haben. Erst dann habe ich die Bücher so eingestellt, dass man sie über einen Print-on-Demand-Service auch als Taschenbuch bestellen kann. Und ich finde es jetzt sehr wichtig, dass man das den Lesern anbieten kann, denn es ist noch mal ein ganz anderes Gefühl, ein Taschenbuch im Regal stehen zu haben. Man kann es signieren lassen, das ist natürlich ganz toll. Ich selbst lese sowohl gedruckte Bücher als auch E-Books und habe manchmal wirklich beides, weil ich manche Bücher auch im Regal stehen, sie aber auch auf dem E-Reader haben möchte, der eigentlich immer dabei ist. Ich finde es schön, dass man sich da gar nicht entscheiden muss.

Außerhalb der Selfpublisher-Szene und deren Fans fanden Sie erstmals 2014 Beachtung, als Rowohlt die ersten Bände Ihrer „New York Titans“ neu auflegte. Wie war es, dann erstmals auch sein eigenes Buch in einer Buchhandlung bewundern zu können?
Das ist noch immer ein ganz tolles Gefühl. Bei den ersten Taschenbüchern in der Buchhandlung war das schon wirklich der Wahnsinn. Jetzt mit der neuen Serie bei Bastei Lübbe, wo die Bücher wirklich überall sehr schön präsentiert und prominent aufgestellt sind, ist das nochmal eine Steigerung. Ich stand neulich in einer Buchhandlung an einem Tisch, auf dem auch mein Buch lag, und las mir den Klappentext eines anderen Buches durch, da kam eine Frau, die mein Buch nahm und sagte: Hach, das hört sich so toll an. Ich habe schon so viel darüber gelesen, ich muss das jetzt kaufen. Da stand ich nur wie so ein Honigkuchenpferd grinsend daneben. So etwas ist schon echt toll!

Anderson_KuesseNachtisch_U1.inddWie war es jetzt bei der „Taste of Love“-Serie, die so ein Mega-Erfolg geworden ist, erstmals von Anfang an mit einem Verlag zusammenzuarbeiten? Haben Sie noch einiges lernen können?

Ich lerne jetzt bei der Zusammenarbeit mit Bastei Lübbe stetig noch mehr dazu. Es ist natürlich ganz toll zu sehen, wenn man aus diesem Learning-by-doing-Prozess kommt, wie es denn geht, wenn Verlage mit extrem viel Erfahrung noch an dem Buch arbeiten, und was man da auch vielleicht noch mitnehmen kann. Das ist natürlich super.

Auch die klassischen Medien sind verstärkt auf Sie aufmerksam geworden, so hatten Sie jetzt schon mehrere Fernsehauftritte. Genießen Sie das oder sind Sie sehr aufgeregt vorher? Und wie gehen Sie damit um, dass große mediale Aufmerksamkeit leider in der heutigen Zeit auch fiese Kommentare in sozialen Medien mit sich bringt?
Ich bin nicht sonderlich aufgeregt vor einem Fernsehauftritt, auch wenn das was ganz Großes ist. Ich finde es einfach wahnsinnig toll und bin sehr dankbar, dass ich über meine Geschichte und meine Bücher sprechen kann. Ich glaube, das Gute war, dass ich vorher schon über vier Jahre im Selfpublishing unterwegs war und man sich da bereits ein relativ dickes Fell zulegen muss, sodass mich böse Kommentare in sozialen Medien gar nicht so tangieren. Ich weiß ja, worauf es ankommt, nicht auf das Äußerliche, sondern darauf, was man schafft und ob man kreativ ist und was man der Welt mitgibt an Werken. Deshalb bin ich da relativ gelassen. Ja, man braucht schon ein dickes Fell, aber das ist wirklich eine Übungssache. Ich weiß noch, dass mich am Anfang Rezensionen, die ein bisschen böse waren, unglaublich getroffen haben, auch persönlich. Mittlerweile ist es aber so, konstruktive Kritik ist toll, aber sobald es irgendwie persönlich wird und die Rezension weder Hand noch Fuß hat, trifft mich das nicht.

Essen und Kochen sind, neben natürlich der Liebe, ein zentrales Thema in der „Taste of Love“-Serie und anscheinend auch eine private Leidenschaft. Auf YouTube lassen Sie sich sogar in den Kochtopf gucken. Haben Sie ein absolutes Lieblingsrezept?

Ich habe sehr, sehr viele Lieblingsrezepte. Ich esse unglaublich gerne und koche auch unheimlich gerne. Was ich besonders mag, sind Spaghetti mit Fleischklößchen, das ist mein Lieblingsgericht, wenn ich in den USA bin, vor allem an der Ostküste. Das muss immer sofort sein. Aber ich mag auch Super-Food-Salate und alles, was so als „Öko“ verschrien ist. Ich liebe auch Desserts, aber eigentlich bin ich eher so der deftige Typ.

Sie sind unglaublich erfolgreich, wirken aber überhaupt nicht abgehoben. Sie lassen andere sogar an Ihrem Erfolg teilhaben, bewirken Gutes aber lieber im Stillen. So haben Sie einer Mädchenmannschaft Cheerleader-Kostüme gesponsert, schicken einer schwer erkrankten Leserin schon mal Blumen und denken sich immer wieder neue Ideen aus, um Ihre Fans glücklich zu machen. Was erdet Sie so?
Ich glaube, es erdet einen schon, wenn man zwei Welpen hat und auf dem Boden kniet, um deren Pippi wegzuwischen. Ich finde nichts schlimmer, als wenn jemand abhebt. Ich möchte so jemand nicht sein, der sich auf einen schnellen Erfolg sehr viel einbildet. Dann ist auch der Fall sehr viel schlimmer, wenn man abstürzt. Ja, ich schreibe Bücher, die auch viele Leute lesen. Das ist aber nichts, das mich so außergewöhnlich macht, dass ich die Nase weit oben tragen könnte. Ich habe schließlich kein Mittel gegen Krebs entdeckt. Da ich aber weiß, dass ich in einer sehr glücklichen Position bin, und weil ich dankbar bin für alles, was ich erreicht habe, was ich aber auch nur durch meine Leser erreicht habe, ist es mir ein Bedürfnis, etwas weiterzugeben oder zurückzugeben. Ob das nun Cheerleader-Kostüme sind oder Spendenaktionen fürs Tierheim. Cover - Anderson, Poppy J. - Zart verführt - Bastei LübbeEs heißt zwar, tue Gutes und sprich darüber, aber ich bin nicht so jemand, der sich dafür feiern lassen möchte. Deshalb mache ich das auch nicht publik oder poste Spendenquittungen auf Facebook, um mich gut zu fühlen, wie manche andere das tun.

Wie geht es mit „Taste of Love“ weiter?
Ich schreibe gerade am dritten Band, Zart verführt, der Ende Oktober erscheint, aber ich darf vielleicht schon verraten, dass wir überlegt haben, dass es damit noch nicht zu Ende sein sollte. Es könnte also auch noch weitergehen, was mich sehr freut. Ich bin auch sehr glücklich, dass die Serie so gut läuft. Es war ein Herzensprojekt von mir wegen des Themas. Das Kochen ist wie gesagt eine große Leidenschaft von mir und ich finde, Liebe, Leidenschaft und Kochen verbinden sich so toll. Es ist großartig, dass das auch bei den Lesern so viel Anklang findet.


Foto © Tomas Rodriguez/ Köln
Cover © Bastei Lübbe; Poppy J. Anderson


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