Felicity Green – Buchschauplatz West Highland Way

Cover - Green, Felicity - Der Teufel im Detail (Self-Published)

In Der Teufel im Detail, dem ersten Band meiner neuen „Highland-Hexen-Krimi“-Serie, verbringen Dessie und Connor McKendrick während ihrer Flitterwochen eine Nacht im malerischen Örtchen Tarbet in den schottischen Highlands. Als Dessie am nächsten Morgen im unheimlichen Thistle Inn aufwacht, ist ihr Mann spurlos verschwunden …
Meine eigene Hochzeitsreise inspirierte mich zu dieser Geschichte, und einige Orte und Begebenheiten in „Der Teufel im Detail“ sind nicht allein meiner Fantasie entsprungen.

Wie Dessie und Connor wollten mein Mann Yannic und ich den Langstreckenwanderweg West Highland Way bezwingen – und scheiterten kläglich, doch Gott sei Dank nicht auf so dramatische Weise wie meine beiden Protagonisten. Mit viel Enthusiasmus und noch mehr Kilo Gepäck auf dem Rücken legten wir in Milngavie in der Nähe von Glasgow los. Die erste Etappe durch die Lowlands schafften wir gut. Auch am zweiten Tag wanderten wir einige Kilometer und schummelten nur ein kleines bisschen, als wir den Bus nach Balmaha nahmen, um von dort aus den Conic Hill zu besteigen. Dessie und Connor kraxeln übrigens ebenfalls Conic Hill hoch und betrachten vom Gipfel aus nicht nur Loch Lomond und die Boundary Fault Line, die topografische Grenze zwischen den Lowlands und den Highlands, sondern begegnen auch einem anderen Pärchen, das Connor mysteriöserweise für jemand anderen hält.

Die Autorin und ihr Ehemann in Milngavie
Die Autorin und ihr Ehemann in Milngavie

Von Balmaha zur Rowardennan-Jugendherberge wurde der Wanderweg immer hügeliger, steiniger und entsprechend auch schwieriger. Die Erleichterung war groß, als die Rowardennan-Jugendherberge vor uns auftauchte. Schade nur, dass dort keine Betten mehr frei waren. Weitere vier Stunden über bergiges Terrain nach Inversnaid, der nächsten Übernachtungsmöglichkeit, würden wir bestimmt nicht schaffen. Also nahmen wir ein Wassertaxi nach Tarbet, am gegenüberliegenden Ufer des Loch Lomond. Dort würden wir doch sicher noch ein Zimmer in einem der vielen B&Bs im Ort bekommen. Pustekuchen! Wie Dessie und Connor in meinem Roman wanderten wir verzweifelt durch die Straßen von Tarbet auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Endlich ein Schild, auf dem stand: Zimmer frei! Leider hatte uns jemand das Zimmer direkt vor der Nase weggeschnappt, erfuhren wir, als wir beim B&B klingelten. „Versuchen Sie es doch mal bei Mrs MacDonald“, wurde der Vorschlag gemacht.

Conic Hill
Conic Hill
Die Autorin und ihr Ehemann auf dem Conic Hill
Die Autorin und ihr Ehemann auf dem Conic Hill

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mrs MacDonald, so stellte sich heraus, war keine typische Schottin, wie der Name vermuten ließ, sondern gebürtige Österreicherin. Ihr B&B, das sie lustigerweise Aye Servus getauft hatte, war recht … traditionell. Zwei Zimmer in ihrem Haus waren als Gästezimmer zurechtgemacht worden, die gute Stube wurde als Aufenthaltsraum für Gäste deklariert und das Bad teilte man sich mit der Besitzerin, die selber eine echte Persönlichkeit war. Mrs MacDonald in den „Highland-Hexen-Krimis“ ist natürlich überzeichnet, ihr Vorbild stellte sich als äußerst sympathische und freundliche Dame heraus. Wir verbrachten eine sehr angenehme Nacht im Aye Servus und bekamen am nächsten Morgen ein wundervolles Frühstück serviert, das sogar selbstgepflückte Brombeeren aus der Region beinhaltete.

Und doch an dem Abend, als wir völlig erschöpft beim Aye Servus klingelten und uns diese exzentrische Dame die Tür aufmachte und wir das skurrile B&B betraten … da kam mir das Szenario in den Kopf, das Dessie in „Der Teufel im Detail“ erlebt. Und dieses Örtchen Tarbet erschien mir ein idealer Schauplatz. Ich musste mich vom hochgelegenen Aye Servus aus nur umsehen. Die dramatische Landschaft der Highlands, mit den umliegenden Bergen, dem tiefen Loch und dem wie so oft wolkenverhangenen Himmel war eine perfekte Kulisse für einen fantastischen Krimi.

Mein Mann lag übrigens Gott sei Dank am nächsten Morgen noch im Bett und wir erreichten schließlich gemeinsam Fort William, das Endziel des West Highland Way – wenn auch zugegebenermaßen die eine oder andere Strecke mit der West-Highland-Railway-Bahn zurückgelegt wurde.

Es war die echte Mrs MacDonald, die uns erzählte, dass Hochzeitsreisende aus Edinburgh traditionellerweise eine Nacht am Loch Lomond verbringen und sie deshalb öfter frischvermählte Paare zu Gast hat. Es soll die Ehe unter einen guten Stern stellen. Ich fand das romantisch und möchte jetzt, ein paar glückliche Jahre später, gerne an diese Prophezeiung glauben. Ironischerweise kehrt sie sich für Dessie genau in das Gegenteil. Ob sie doch noch ihr Happy End bekommt?

Mehr Informationen zu der Serie und eine Leseprobe gibt es auf meiner Website:

www.felicitygreen.com


Artikel, Buchcover und Fotos © Felicity Green