Buchrezension Tess Gerritsen – Trügerische Ruhe

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TESS GERRITSEN
Trügerische Ruhe
Bloodstream
Einzelband
Thriller
Dezember 1999
Verlag
TB, €9,99/ E-Book, €8,99

 

 


Um ihren Sohn aus der schlechten Gesellschaft, in die er in Baltimore geraten war, zu entfernen, ist Dr. Claire Elliot mit ihm nach Maine in die Kleinstadt Tranquility gezogen. Doch hier ist das Leben für die Witwe nicht einfacher geworden. Auch nach Monaten läuft ihre Praxis schlecht, von den Einwohnern wird sie noch immer als Fremde betrachtet. Und dann wird der sonst so ruhige Ort durch eine Reihe von Gewalttaten aus seinem Dornröschenschlaf gerissen. Jugendliche werden scheinbar grundlos aggressiv. Einige Ausbrüche gipfeln sogar in Amokläufen, denen mehrere Menschen zum Opfer fallen. Die Ärztin kann sich keinen Reim darauf machen. Ihr anfänglicher Verdacht auf Drogenkonsum bestätigt sich nicht. Zusammen mit dem Polizeichef Lincoln Kelly versucht sie die Ursachen für die brutalen Übergriffe zu ergründen – und kommt ihm dabei näher.

Auf der Suche nach guten Medizinthrillern kommt man an Tess Gerritsen kaum vorbei. Stets unterfüttert sie ihre packenden Geschichten mit fundierten Kenntnissen, war sie vor ihrem Durchbruch als Schriftstellerin doch selbst Ärztin. Ihr gelingt es, durch den Gebrauch von Fachausdrücken eine authentische Atmosphäre zu erschaffen, ohne Laien damit zu überfordern. Diesmal entwirft die Autorin ein Schreckensszenario, das dem Leser wahre Schauer über den Rücken laufen lässt. Die Heimsuchung des Ortes und die Verbindungen, die zu grauenhaften Ereignissen aus der Vergangenheit verweisen, haben dabei sogar das Potenzial, Gruselfans erbleichen zu lassen. Allerdings verliert sich die Wissenschaftlerin Claire im Laufe des Romans ein bisschen zu oft in verschiedene Hypothesen. Dafür findet auch noch eine kleine Liebesgeschichte ihren Platz in dieser spannenden Story. (TD)