Buchrezension Tess Gerritsen – Todsünde

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TESS GERRITSEN
Todsünde
The Sinner
Band 3 der „Rizzoli & Isles“-Serie
Thriller
August 2004
Limes/ Blanvalet
HC, €21,90/ TB, €10,99/ E-Book, €9,99

 

 


Eine neue Ermittlung führt Polizistin Jane Rizzoli und Gerichtsmedizinerin Maura Isles in ein Nonnenkloster. Eine angehende Ordensschwester ist ermordet worden. Bei der Untersuchung der Leiche entdeckt Maura, dass die junge Frau kürzlich ein Kind zur Welt gebracht haben muss. Das Auffinden des toten Babys im Ententeich des Konvents ist besonders für Rizzoli ein Schock, immerhin ahnt sie schwanger zu sein. Währenddessen bereitet eine weitere Tote Maura Kopfzerbrechen, weist sie doch eindeutige Symptome von Lepra auf. Und irgendwie scheinen die beiden Fällen miteinander in Zusammenhang zu stehen. Als ob sie beruflich nicht schon genug beansprucht wäre, ereignet sich im Privatleben der Pathologin überdies eine unangenehme Überraschung. Ihr Exmann steht plötzlich vor ihrer Tür. Maura versteht nicht, was ihn wieder zu ihr geführt hat.

Das Besondere an Tess Gerritsens in Boston angesiedelten Thrillern ist, dass sie bislang immer ein anderes Mitglied des Teams die Protagonistenrolle einnehmen ließ. Da steht und fällt vieles natürlich mit der jeweiligen Hauptfigur. Genau dies ist die Schwäche des dritten Teils, denn Maura ist zu unnahbar, um wirklich sympathisch zu werden. Man ertappt sich beim Lesen des Öfteren, wie man viel lieber mehr über Jane erfahren möchte, deren Affäre im letzten Buch Folgen hatte. Die Krimihandlung ist gut konstruiert, aber nicht so packend wie in den anderen Bänden der Serie. Die bislang erfolgreiche Mischung aus Beruf und Privatem geht diesmal nicht so recht auf. Mauras Probleme mit ihrem Exmann sind mehr Ablenkung als Bereicherung. So ist „Todsünde“ zwar eingängige und kurzweilige Unterhaltung, reicht aber nicht an die brillanten Vorgängerbände heran. (TD)