Buchrezension Susanne Schomann – Der Holundergarten

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SUSANNE SCHOMANN
Der Holundergarten
Band 2 der „Lunau“-Serie
Gegenwartsliebesroman
März 2015
MIRA
TB, €8,99

 

 


Seit ihre Freundin und Chefin vor ein paar Wochen gestorben ist, leitet Luisa Milchert kommissarisch das Blumengeschäft und die Gärtnerei in Lunau. Natürlich weiß sie, dass Julias älterer Bruder alles geerbt hat, auch deren Haus, in dem sie selbst in einer Einliegerwohnung lebt, trotzdem ist sie überrascht, als Rafael Brix wieder in sein Heimatdorf zurückkehrt, das er vor rund fünfzehn Jahren verlassen hatte. Eigentlich will er nur möglichst schnell den Nachlass regeln, denn zu schmerzlich sind die Erinnerungen an seine traumatische Kindheit und die schlimmen Vorwürfe, die ihn damals vertrieben hatten und derentwegen er heute noch geschnitten wird. Doch so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, ist es nicht. Durch einen Verkauf würde auch Luisa ihr Zuhause und ihre Arbeit verlieren, dabei ist sie eine der Wenigen, die zu ihm hält. Er weiß nicht, dass Lu seit ihrer Jugend in ihn verliebt ist und es nie einen anderen Mann für sie gab.

Nach „Wilder Wacholder“ macht Susanne Schomann mit „Der Holundergarten“ zum zweiten Mal Station in Lunau. So beschaulich, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es in dem kleinen Ort in der Lüneburger Heide nicht. Unter der malerischen Oberfläche verbergen sich neben düsteren Geheimnissen auch unterdrückte Sehnsüchte, die nun nach und nach ans Tageslicht kommen. Dass Luisa Rafael nicht vergessen konnte, ist verständlich, umgibt ihn doch eine anziehende widersprüchliche Aura eines sanften Rebellen. Wie sie ihn mit ihrer Liebe – und ihrer Leidenschaft – zuerst zu Fall bringt und dann heilt, ist genauso romantisch wie berührend. Am Ende mag das Drama ein bisschen dick aufgetragen sein, das fällt bei der einnehmenden Story und dem Wiedersehen mit alten Bekannten aber nicht weiter ins Gewicht. (TD)