Buchrezension Susan Wiggs – Der Duft von Apfelblüten

Werbung
Werbung

 

SUSAN WIGGS
Der Duft von Apfelblüten
The Apple Orchard
Band 1 der „Bella Vista“-Serie
Frauenroman/ Gegenwartsliebesroman
April 2014
MIRA
TB, € 9,99/ E-Book, €8,99

 

 


Workaholic Theresa „Tess“ Delaney spürt verschollene Wertgegenstände auf, um sie den rechtmäßigen Besitzern zurückzubringen. So lernt die Kunstexpertin aus San Francisco auch die einst aus Dänemark emigrierte, betagte Annelise Winther kennen, die sie nicht ohne Hintergedanken beauftragt hatte, ein von den Nazis gestohlenes Erbstück wiederzufinden. Nach ihrem jüngsten Coup hofft Tess auf eine Beförderung. Stattdessen gerät ihr Leben ins Wanken, als der Banker Dominic Rossi ihr mitteilt, dass ihr Großvater Magnus Johansen nach einem schweren Sturz im Koma liegt und sie und ihre Halbschwester Isabel einmal seine gleichberechtigten Erbinnen sein werden. Tess wusste nichts von diesen Angehörigen, die unweit von ihr im idyllischen Archangel auf der Apfelplantage Bella Vista leben. Ihre irische Mutter hatte ihr nie etwas über ihren Vater verraten. Wegen gesundheitlicher Probleme gezwungen kürzerzutreten, macht sich Tess neugierig ins Sonoma Valley auf, um ihre Schwester kennenzulernen und mehr über ihre Familie zu erfahren. Unverhofft fühlt sie sich Isabel schnell verbunden und will ihr unbedingt helfen, die in finanzielle Schieflage geratene Plantage zu retten. Dabei stoßen die Halbschwestern auf Geheimnisse, die bis zum Zweiten Weltkrieg zurückreichen. Und Tess kommt dem alleinerziehenden Vater Dominic näher.

Wie der Titel es verspricht, wird im Auftaktband der „Bella Vista“-Serie auf betörende Weise „Der Duft von Apfelblüten“ verströmt. Nach dem ländlichen New York in ihren „Lakeshore Chronicles“ verschlägt es Susan Wiggs hier in das mindestens ebenso schöne Wein- und Obstanbaugebiet Nordkaliforniens. Außerdem wechselt die Autorin vom Gegenwartsliebesroman mehr hin zum Frauenroman, denn die Romanze spielt eher eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt steht das Thema Familie und die Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln und dem daraus resultierenden ideellen Erbe. Den zehn Teilen des Romans sind jeweils zum Inhalt passende Rezepte vorangestellt. Sie unterstreichen die heimelige Atmosphäre, die trotz der nicht immer einfachen kurzen Rückblenden in die 1940er und 1980er Jahre und des Aufarbeitungsprozesses in diesem Wohlfühlbuch nie verloren geht. (TD)