Buchrezension Susan Wiggs – Am Anfang wartet das Glück

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SUSAN WIGGS
Am Anfang wartet das Glück
Just Breathe
Einzelband
Gegenwartsliebesroman
Mai 2010
MIRA
TB, €8,95

 

 


Nach schweren Monaten, in denen ihr Mann gegen den Krebs kämpfte, wünscht sich Comiczeichnerin Sarah Moon jetzt nichts sehnlicher als ein Kind. Aufgekratzt nach einer weiteren künstlichen Befruchtung will sie Jack auf der Arbeit überraschen, um wieder Schwung in ihr Liebesleben zu bringen, erwischt ihn aber bei einem Seitensprung. Dass er ihr quasi noch die Schuld für seine Untreue gibt, lässt Sarah rotsehen. Überstürzt verlässt sie ihn und Chicago, um in ihrer kalifornischen Heimatstadt ihre Wunden zu lecken. Unterstützung findet sie bei ihrer Familie, die sie allmählich aus ihrer Depression herausholt und darin bestärkt, sich ein neues Leben aufzubauen. Darin könnte durchaus Platz sein für Feuerwehrchef Will Bonner, ihren Jugendschwarm, dem sie wieder begegnet – wenn es da nicht Komplikationen gäbe. Sarah ist tatsächlich schwanger geworden, und Will hat eine pubertierende Stieftochter, die ihn mit keiner Frau teilen will.

Ein schmerzlicher Selbstfindungsprozess zieht sich durch Susan Wiggs’ emotionalen Roman. Dabei entwickelt sich die Heldin nach einem derben Tiefschlag zu einem bewundernswerten Stehaufmännchen. Ein Abbild ihres realistischen Dilemmas und wie sie sich aus eigener Kraft aus ihm herauskämpft, sind Sarahs Comicstrips, die ihre Situation griffig und mit einer guten Portion Selbstironie auf den Punkt bringen. Auch in der Erzählung wird die Trübsal mit Witz angegangen und sorgt so für etliche Schmunzler. Sarahs Natürlichkeit und ihr einnehmendes Wesen machen es einem einfach, sowohl mit ihr zu leiden als auch sich mit ihr zu freuen, gerade weil sie, anders als der etwas zu perfekt geratene Will, auch einige Ecken und Kanten hat. Die Chemie zwischen ihnen stimmt, kommt aber erst gegen Ende zum Tragen, als aus ihrer Freundschaft endlich mehr werden darf. (TD)