Buchrezension Susan Kreller – Schneeriese

Werbung
Werbung

 

 

SUSAN KRELLER
Schneeriese
Einzelband
Jugendbuch
September 2014
Carlsen
HC, €14,90/ TB, € 6,99/ E-Book, €6,99

 

 


Mit seiner Körpergröße von 1,94 Meter sticht Adrian Thieß schon jetzt immer heraus. Darüber, dass er vermutlich sogar einmal 2,07 Meter messen soll, wenn er ausgewachsen ist, ist er deshalb überhaupt nicht glücklich. Anders als alle anderen zu sein, macht eben oft einsam. Zum Glück gibt es Stella Maraun, seine Nachbarin und beste Freundin seit Kindertagen. Insgeheim hofft Adrian, dass irgendwann mehr aus ihm und Stella werden könnte, doch als eine georgische Familie in die Nachbarschaft zieht und Stella sich in deren Sohn Dato verliebt, wird sein Traum jäh zerstört. Plötzlich scheint er in ihrem Leben keine Rolle mehr zu spielen, und neben dem Verlust seiner ersten Liebe droht ihm auch noch der seiner besten Freundin.

Durch Susan Krellers etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil gestaltet sich der Einstieg in „Schneeriese“ ein wenig schwierig. Auf den ersten Seiten erweckt die Autorin den Eindruck, Stella und Adrian seien maximal neun oder zehn Jahre alt, und es dauert eine Weile, bis ihre Kommunikation ihrem jugendlichen Alter entspricht. Adrians Verhalten tut dies die ganze Geschichte über immer wieder nicht, so dass er es schwer hat, das Leserherz zu gewinnen. Auch Stella gelingt das nur bedingt. Hinzu kommt eine eher lahme Handlung. Einzig das hohe Maß an Identifikationspotenzial mit den Figuren sorgt für Rettung, denn das, was Adrian durchmacht, hat wohl jeder irgendwann einmal erlebt. Da werden Erinnerungen an den bittersüßen Schmerz des ersten großen Liebeskummers wach. Und das ist doch noch ganz unterhaltsam. (EP)