Buchrezension Sandy Curtis – Am Abgrund der Vergeltung

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SANDY CURTIS
Am Abgrund der Vergeltung
Until Death
Einzelband
Romantikthriller
Mai 2006
Bastei Lübbe
TB, €6,95

 

 


Völlig benommen erwacht Libby Daniels in ihrem Bett. Als sie desorientiert durch den Flur tapst, macht sie eine erschreckende Entdeckung. Am Treppenabsatz liegt ihre blutüberströmte Mutter, zwei Männer stehen daneben und wispern, Libby habe sie umgebracht. In Panik flüchtet die junge Frau aus dem Haus. Zunächst kann sie keinen klaren Gedanken fassen. Angst und das unbestimmte Gefühl, in Gefahr zu sein, veranlassen sie schließlich, Sydney in Richtung Brisbane zu verlassen, um bei ihrem Großvater, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, Hilfe zu finden. Doch sein Haus wird inzwischen von jemand anderem bewohnt. Conor Martin nimmt die junge Frau, die verletzt an seine Tür klopft, nur widerwillig auf. Er spürt, dass sie ihm etwas verschweigt. Damit kennt er sich aus, verbirgt er doch selbst einen dunklen Fleck auf seiner scheinbar weißen Weste.

Sehr actionreich kommt dieser australische Romantic-Suspense-Roman daher. Die Handlung fliegt nur so dahin, das hohe Tempo bietet kaum Gelegenheit, zwischendurch innezuhalten. In ähnlicher Geschwindigkeit bahnt sich das Verhältnis zwischen Conor und Libby an. Die Fülle der dramatischen Wendungen ist die Achillesferse des Buches. Es geschieht schon fast zu viel. Nicht nur das Heldenpaar wird von den Ereignissen überrollt, auch dem Leser hätte eine gelegentliche Atempause ganz gutgetan. Diesen Schwachpunkt macht Sandy Curtis aber durch ihren Einfallsreichtum wieder wett. Die Aufklärung des Mordes an sich birgt kein großes Geheimnis. Es ist schnell klar, dass Libby nicht in das Verbrechen verstrickt ist. Doch weshalb sie und ihre Mutter zu Opfern wurden, dürfte selbst für geübte Thrillerfans eine handfeste Überraschung sein. (TD)