Buchrezension Sandra Schwab – The Lily Brand

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SANDRA SCHWAB
The Lily Brand
Einzelband
Historischer Liebesroman
Juli 2005
Leisure/ Self-Published
TB, ca. €5,00/ E-Book, ca. €4,99

 

 


Frankreich, 1815. Seit dem Tod ihres Vaters ist Lillian ihrer Stiefmutter Camille ausgeliefert. Die „Schwarze Witwe“ hält sich zur Befriedigung ihrer sexuellen Gelüste junge Männer als Sklaven. Ihre Erbin weist sie in ihre grausamen Praktiken ein. Zum neunzehnten Geburtstag erhält Lillian ein besonderes Geschenk: den englischen Kriegsgefangenen Troy Sacheverell, dem sie eine Lilie in die Brust brennt. Der Soldat ahnt nicht, dass das Mädchen ebenfalls Gefangene ihrer Stiefmutter ist. Als Lillian kurz darauf aus dem Schloss entkommen kann, ermöglicht sie auch Troy die Flucht. Ein Jahr später wird der Earl of Ravenhurst von seinem Cousin in London einer jungen Dame vorgestellt, welche dieser zu heiraten gedenkt. Der Adelige erkennt in der Auserwählten die Frau, deren Brandzeichen er trägt. Um seinen Vetter vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, kompromittiert er Lillian und zwingt sie stattdessen zu einer Ehe mit ihm. Troy will seiner ehemaligen Peinigerin das Leben zur Hölle machen.

Sandra Schwabs Erstling ist eine ungewöhnlich düstere Liebesgeschichte, angesiedelt in der Regency-Ära, die oft eher als Epoche für heitere Erzählungen dient. Auch sonst unterwirft sich die Handlung nicht den gängigen Konventionen. Gerade der äußerst sparsame Einsatz von Liebesszenen forciert dabei die unglaublich sinnliche Annäherung der Protagonisten. Der hasserfüllte Held und die mit Scham und Schuldgefühlen belastete Heldin leiden Seelenqualen, die nur der jeweils andere lindern kann. Fasziniert verfolgt man die glaubhafte Wandlung der Figuren von anfänglicher Ablehnung bis hin zum wohlverdienten Happy End. „The Lily Brand“ ist ein in seiner oftmals poetischen Sprache beeindruckendes Debüt über menschliche Abgründe und die Heilkraft der Liebe. (TD)