Buchrezension Sandra Brown – Verruchte Begierde

Cover - Brown, Sandra - Verruchte Begierde - BlanvaletSANDRA BROWN
Verruchte Begierde
(erstmals 1987 erschienen unter dem Namen und Titel Erin St. Claire – Der Mann, der mich betört)
Sweet Anger
Einzelband
Gegenwartsliebesroman
April 2011
Blanvalet
TB, €7,99/ E-Book, €6,99


Kari Stewarts Mann, der angesehene Stadtrat Thomas Wynne, war zwar zweiunddreißig Jahre älter als sie, dennoch galten die beiden als Traumpaar. Für die ehrgeizige Fernsehmoderatorin bricht eine Welt zusammen, als er bei einem Autounfall stirbt. Zu ihrem Trost stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Die Freude über das Kind währt jedoch nicht lange. Der neue Bezirksstaatsanwalt von Denver, Hunter McKee, untersucht die Veruntreuung öffentlicher Gelder und unterrichtet Kari, dass Thomas in den Fall verwickelt war. Die will das Andenken des Verstorbenen nicht beschmutzen lassen und beginnt, in ihren Sendungen Meinungsmache gegen Hunter zu betreiben, der das stoisch hinnimmt. Er hat Skrupel, zu barsch gegen die trauernde Witwe vorzugehen, und will ihr auch nicht wehtun, weil er viel für sie empfindet. Doch Kari von seinen Gefühlen zu überzeugen, wird schwer.

Im Original ist „Verruchte Begierde“ bereits 1985 erschienen und kurz darauf schon – gekürzt – bei CORA unter dem Titel „Der Mann, der mich betört“ und Sandra Browns Pseudonym Erin St. Claire veröffentlicht worden. Das war zu einer Zeit, als Serien wie „Der Denver-Clan“ Hochkonjunktur hatten. Da kommt es nicht von ungefähr, dass der Roman nicht nur in dieser Stadt spielt, sondern auch an die Seifenoper erinnert. Was sich zwischen Kari und Hunter abspielt, ist Herz-Schmerz-Entertainment par excellence, bei dem die Emotionen haushohe Wellen schlagen. Die Protagonistin ist dabei nicht ganz einfach zu nehmen. Auf der einen Seite lässt die Autorin mit ihr mitfühlen, weil sie so viel durchmacht, auf der anderen verspielt sie Sympathiepunkte, da sie sich völlig verblendet zeigt. Hunter ist hingegen durch und durch ein strahlender Held, der seine Auserwählte gerne auf Rosen betten würde. Ihr Konflikt ist großes Drama, dem gegen Ende aber etwas die Luft ausgeht, als Karis Hass in Liebe umschlägt. Wer Schmonzetten mag, wird dennoch bestens bedient. (TD)