Buchrezension Sandra Brown – Verliebt in einen Fremden

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SANDRA BROWN
Verliebt in einen Fremden
(erstmals 1982 erschienen unter dem Namen und Titel Rachel Ryan – Du kannst nicht mehr zurück)
Love’s Encore
Einzelband
Gegenwartsliebesroman
Mai 2006
Blanvalet
TB, €7,99/ E-Book, €6,99

 


Die Vorfreude auf einen lukrativen Auftrag wird schnell getrübt, als Camille Jameson auf einer Südstaatenplantage ausgerechnet auf Zack Prescott trifft. Sein Vater hat die Innenarchitektin engagiert, das leicht heruntergekommene Anwesen wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen – nichts ahnend, dass sein Sohn und die Dekorateurin sich schon einmal begegnet sind. Vor einigen Jahren verbrachten sie eine gemeinsame Nacht miteinander, nach der Camille hastig das Weite suchte. Sie war der festen Überzeugung, Zack hätte ohnehin nur Interesse an einem One-Night-Stand. Das Wiedersehen ist deshalb eine unangenehme Situation. Nur um den alten, kranken Herrn nicht zu enttäuschen, nimmt Camille dennoch die Arbeit auf und bewohnt so lange ein Gästehaus. Während ihres Aufenthalts wird ihr klar, dass sie sehr wohl noch starke Gefühle für Zack hegt.

Sandra Browns Debüt von 1981 – damals erschienen unter dem Pseudonym Rachel Ryan und auf Deutsch 1982 unter dem Titel „Du kannst nicht mehr zurück“ in der Reihe BACCARA bei CORA veröffentlicht – hat erstaunlich wenig Patina angesetzt. Dies mag auch ein Verdienst der Neuübersetzung sein. Vor der Dixieland-Kulisse im tiefsten Mississippi nimmt eine Romanze ihren Lauf, die zwei Liebende aus der Vergangenheit wieder miteinander vereint. Stur reden die Hauptfiguren eine ganze Weile aneinander vorbei. Die Gefahr der Eintönigkeit wird dabei gekonnt umgangen, indem ihr gelegentliches Aneinandergeraten schwungvoll inszeniert wird. Außerdem wird die einfache Handlung nicht unnötig in die Länge gezogen. So ist die Geschichte zwar nach gut 200 Seiten schon zu Ende erzählt, die Kürze tut dem Lesevergnügen aber keinerlei Abbruch. Zu beanstanden ist eigentlich nur, dass Camille und Zack ohne tatkräftige Unterstützung von außen wohl noch immer auf ihr Happy End warten müssten. (TD)