Buchrezension Sandra Brown – Sündige Gier

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SANDRA BROWN
Sündige Gier
Smash Cut
Band 1 der „Dodge Hanley“-Serie
Romantikthriller/ Thriller
Januar 2012
Blanvalet
HC, €19,99/ TB, €9,99/ E-Book, €8,99

 

 


Vor den Augen seiner jungen regelmäßigen Begleiterin wird der schwerreiche Unternehmer Paul Wheeler im Aufzug eines Hotels in Atlanta von einem Maskierten erschossen. Julie Rutledge ist überzeugt, dass er nicht das zufällige Opfer eines Raubüberfalls wurde, sondern sein Neffe Creighton hinter der Tat steckt. Auch für die Polizei gehört der narzisstische Millionärssprössling zu den Verdächtigen, immerhin gilt der Filmfreak als Haupterbe. Da Julie befürchtet, er könnte den Top-Strafverteidiger Derek Mitchell beauftragen, der dafür bekannt ist, seine Klienten noch aus dem hieb- und stichfestesten Fall herauszupauken, kompromittiert sie ihn auf ungewöhnliche Weise. Dem Anwalt, dem Creighton ohnehin zuwider war, ist es unmöglich, das Mandat zu übernehmen, nachdem er herausfindet, dass die Unbekannte, die ihn zu einem Quickie verführte, die Hauptanklagezeugin ist. Julies Schachzug zum Trotz sucht Derek ihre Nähe. Aber jetzt haben sie einen gemeinsamen Feind.

Normalerweise geht es in einem Thriller darum herauszufinden, wer der Täter ist. Diese Frage scheint in „Sündige Gier“ aber recht bald aufgeklärt. Das Herzstück des Plots ist vielmehr, wie er diejenigen in ein drehbuchreifes Katz-und-Maus-Spiel verwickelt, die alles daransetzen, ihn zu überführen. Creighton, ein aalglatter Psychopath und Meister der Manipulation, avanciert damit zur schillerndsten Figur des Romans. Das Protagonistenpaar braucht länger, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen, was nicht nur daran liegt, dass die Liebesgeschichte nach dem ersten denkwürdigen Zusammentreffen eher langsam aufgebaut wird. Während Derek einem offenen Buch gleicht, wirkt Julie stets ein bisschen unnahbar. Doch gerade dieser Kontrast und Julies Geheimnisse verleihen den Charakteren und ihrer Beziehung eine außergewöhnliche Tiefe. Obwohl Sandra Brown hier einen für sie ungewöhnlichen Weg beschritten hat, versteht sie es wieder vorzüglich, die Leser in ihren Bann zu schlagen. (TD)