Buchrezension Sandra Brown – In einer heißen Sommernacht

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SANDRA BROWN
In einer heißen Sommernacht
Rainwater
Einzelband
Historischer Liebesroman/ Historischer Roman
April 2013
Blanvalet
TB, €8,99/ E-Book, €7,99

 


Texas, während der Depressionszeit. Wie die meisten Amerikaner spürt auch Ella Barron die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Da kann sie nicht wählerisch sein, wen sie in ihrer Pension als Dauergast aufnimmt. Als der Arzt der Stadt seinen Verwandten David Rainwater vorbeibringt, vermietet sie ihm deshalb ein Zimmer, obwohl ihr unwohl ist bei dem Gedanken, einen todkranken Mann zu beherbergen. Rainwater ist nicht anzusehen, dass er nur noch wenige Wochen zu leben hat, was Ella niemandem gegenüber erwähnen soll. Die ihm verbliebene Zeit möchte er so gut wie möglich nutzen. Und so nimmt er sich neben seinem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten auch Ellas und ihres autistischen Sohnes an. Er ist es, der herausfindet, dass der Junge keineswegs dumm ist und sich sein Zustand mit besonderer Förderung verbessern könnte. Ella, die sich schon lange ganz allein um ihr Kind kümmern muss, ist ihm nicht nur dankbar, sie beginnt auch mehr für ihn zu empfinden, als sie sollte.

Dass „In einer heißen Sommernacht“ nicht nur ein kleiner Ausflug Sandra Browns vom Romantic-Suspense-Genre ist, sondern eine wahre Herzensangelegenheit, ist bereits auf den ersten Seiten zu spüren. Mit viel Gefühl und einer besonderen Nähe zu ihren Figuren entfaltet die Autorin eine bewegende Geschichte in einer der weniger strahlenden, aber dafür interessantesten Epochen der amerikanischen Historie. Was diese harte Zeit für die Menschen damals bedeutet und was sie aus der Gesellschaft gemacht hat, bildet den bedeutsamen Hintergrund einer Liebesgeschichte, deren tragischer Ausgang eigentlich von vornherein feststeht und die vielleicht genau deshalb so tief in die Seele trifft. Zudem wartet die Autorin mit einigen spannenden Wendungen auf, die einen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lassen. Sandra Brown ist eben nicht nur eine Meisterin des Thrillerfachs, sondern überhaupt eine begnadete Erzählerin. (TD)