Buchrezension Sandra Brown – Das verbotene Glück

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SANDRA BROWN
Das verbotene Glück
Tomorrow’s Promise
Einzelband
Gegenwartsliebesroman
Juni 2006
MIRA
TB, €6,95

 

 


Als sie sehr jung heiratete, hätte sich Keely Preston nie vorstellen können, dass ihr nur wenig Zeit mit ihrem Mann vergönnt sein sollte. Der Soldat wurde nach Vietnam abberufen und galt dann als in den Kriegswirren verschollen. Auch Jahre später kann Keely den Gedanken, ihr Mann könne tot sein, nicht akzeptieren. Mit mehreren Gleichgesinnten hat sie eine nationale Organisation gegründet, welche die Regierung nicht aus der Pflicht entlässt, verschollene Militärs und Kriegsgefangene in Südostasien ausfindig zu machen. Auf einem Flug zu einer Anhörung lernt Keely den Kongressabgeordneten Dax Devereaux kennen. Charmant bemüht er sich um die hingebungsvolle Frau. Aber er muss feststellen, dass die Erinnerung an ihren Mann sie noch immer nicht loslässt. Keely ist hin und her gerissen zwischen der Loyalität zu dem Vermissten und ihrer aufkeimenden Liebe zu Dax.

Im Original erstmalig 1983 erschienen, behandelt Sandra Brown in ihrem Roman ein Thema, das die Öffentlichkeit in den USA zu der Zeit noch sehr beschäftigte. Ohne in Sentimentalitäten abzudriften, spinnt sie eine bittersüße Liebesgeschichte. Das politische Thema übernimmt keine bloße Alibifunktion. Während Dax lernt, sich mit der Situation zu arrangieren, sieht sich Keely vor einem moralischen Konflikt. Trotzdem ergeben sich reichlich Gelegenheiten für zärtliche Momente. Bei der ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung scheint lange kein glückliches Ende in Sicht. Die Heldin muss sich erst klar werden darüber, wie sie ein Verhältnis mit einem anderen Mann mit ihrem Begriff von Treue vereinbaren kann. Dabei kommt sie nicht zaudernd, sondern vielmehr ernsthaft rüber. So ist die Geschichte zwar traurig und sehr emotional, aber auch romantisch – und eben zum Weinen schön. (TD)