Buchrezension Patrice Leconte – Heute wegen Glück geschlossen

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PATRICE LECONTE
Heute wegen Glück geschlossen
Les Femmes Aux Cheveux Courts
Einzelband
Frauenroman
November 2011
Lübbe
HC, €10,-/ TB, € 8,99

 

 


Das große Ziel des Romantikers Thomas ist es, noch vor seinem dreißigsten Geburtstag zu heiraten. Dafür hat er nur noch knappe drei Jahre Zeit. Eines Tages fällt ihm Colette auf, die genau seinem Schema der perfekten Frau fürs Leben entspricht. Sie ist bildschön und intelligent, hat kurzes Haar und kaut keine Kaugummis. So folgt er ihr, um ihr zu sagen, dass er nie jemand Wunderschöneres gesehen habe. Danach verlieren sich die beiden für ein Jahr aus den Augen. Währenddessen hat Thomas einige Affären, unter anderem mit seiner Nachbarin, der Pianistin Marie-Christine sowie der Kellnerin Amandine. Er weiß jedoch, dass keine von ihnen die Richtige für ihn ist. Als er Colette in der Pariser Papeterie, in der er arbeitet, wiedersieht, lässt sie sich eine Postkarte von ihm aussuchen, die sie ihm wenig später zusendet. Doch es vergehen erneut einige Monate bis zu einer weiteren unverhofften Begegnung.

Mit seinem Debütroman beweist Regisseur und Drehbuchautor Patrice Leconte, dass er nicht nur exzellente Filme machen kann, sondern auch ein Händchen für charmante und zugleich tiefgehende Geschichten in Buchform hat. Zusammen mit Thomas begibt sich der Leser auf die Suche nach der Frau fürs Leben und stellt dabei fest, dass die Liebe sich nicht planen lässt, sondern einen trifft, wenn man am wenigsten damit rechnet. Thomas‘ Gedankengänge sind stets offen dargelegt, weshalb man oft über dessen doch recht abstruse Herangehensweise an bestimmte Aspekte schmunzeln muss. Manchmal erscheinen seine zwanghafte Suche nach der Richtigen und sein klares Bild von den Eigenschaften, die sie besitzen muss, jedoch auch als zu übertrieben und naiv. So kommt erst gegen Ende des Buches eine gewisse Romantik auf. Dafür liefert es aber, als alle Puzzleteile zusammengefügt sind, einen denkwürdigen Aha-Effekt. (SW)