Buchrezension Mhairi McFarlane – Vielleicht mag ich dich morgen

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MHAIRI MCFARLANE
Vielleicht mag ich dich morgen
Here’s Looking At You
Einzelband
Frauenroman/ Gegenwartsliebesroman
Mai 2015
Knaur
KB, €10,99/ E-Book, €9,99

 

 


In der Schule war die pummelige Aureliana Alessi immer eine Außenseiterin und ging als allseits beliebtes Mobbingopfer durch die Hölle. Sechzehn Jahre später ist aus ihr Anna geworden, eine erfolgreiche und gutaussehende Geschichtsprofessorin, doch wirklich überwunden hat sie die Demütigungen der Schulzeit nie. Um endlich einen Schlussstrich unter ihre Vergangenheit zu ziehen, nimmt Anna an einem Klassentreffen teil und begegnet dort James Fraser, dem sie die schlimmste Erniedrigung ihres Lebens verdankt. James erkennt Anna nicht, worüber diese letztendlich sehr froh ist, bis zu dem Moment, an dem er ihr plötzlich bei der Arbeit gegenübersteht und die beiden zusammen ein Projekt betreuen sollen. Widerwillig lässt sich Anna darauf ein, doch im Laufe ihrer Zusammenarbeit bemerkt sie, dass ihr James gar nicht so unsympathisch ist. Nur weiß sie nicht, ob das ausreicht, um ihm die alten Kränkungen zu verzeihen.

Mhairi McFarlane schlägt auch in ihrem zweiten Roman wieder eher bedächtigere Töne an und widmet sich einem Thema, mit dem vermutlich jeder die ein oder andere Erfahrung gemacht hat. An Spannung mag es der Geschichte ein wenig mangeln, dafür glänzen die Charaktere. Der sympathischen Anna sind die Wunden, die ihr die Hänseleien und Lästereien in der Schulzeit zugefügt haben, immer noch anzumerken, auch wenn sie mittlerweile darüberzustehen scheint. Während der hoffnungslosen Romantikerin deshalb die Sympathien zufliegen, müsste sich James mit seinem Fehlverhalten dagegen eigentlich ins Aus katapultiert haben. Stattdessen findet er den direkten Weg ins Leserherz, weil er sich als Erwachsener als viel netter entpuppt. Auch die anderen Figuren sind, bis auf wenige Ausnahmen, überaus liebenswert und runden die humorvolle Geschichte gekonnt ab. (EP)