Buchrezension Melanie Zollinger – Gestohlene Küsse lügen nicht

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MELANIE ZOLLINGER
Gestohlene Küsse lügen nicht
Einzelband
Gegenwartsliebesroman/ Frauenroman
November 2014
Romance Edition
PB, € 12,99/ E-Book, €2,99

 

 


Marlies Frei ist eigentlich ganz zufrieden. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und arbeitet als Journalistin. Doch urplötzlich steht die Schweizerin ihrer Vergangenheit gegenüber, und ihr gesamtes Leben steht infrage. Derek Nayiga wollte sie nämlich nie wieder über den Weg laufen, verkörpert er doch den schlimmsten Albtraum ihrer Kindheit. Durch seinen Psychoterror hatte er ihr die Schulzeit zur Hölle gemacht. Seine Entschuldigung kann sie da erst nur schwer akzeptieren, aber nach und nach stellt Marlies fest, dass Derek sich sehr verändert hat und sie in ihm sogar einen Freund finden kann. Bald empfindet sie noch weit mehr für ihn und gerät dadurch in einen schweren Gewissenskonflikt.

In ihrem Debüt behandelt die Schweizerin Melanie Zollinger ein für einen Liebesroman schwieriges Thema. Das Fremdgehen ist etwas, mit dem sich im Genre eigentlich nur recht ungern beschäftigt wird. Wenn es doch in einem Buch aufgegriffen wird, dann aus der Perspektive der Betrogenen, mit der sich Leser meist eher identifizieren können und wollen. „Gestohlene Küsse lügen nicht“ wird jedoch aus der Sicht der Betrügenden erzählt, was mal einen ganz anderen Blickwinkel eröffnet. Damit dürfte der Roman polarisieren, denn nicht jeder wird sich mit den Gedankengängen und Handlungen darin anfreunden können. Dadurch fehlt jedoch die Nähe und Identifizierung mit den Charakteren. Schade ist auch, dass bei den intimen Szenen stets ausgeblendet wird. Wer allerdings nach einem etwas anderen Liebesroman sucht und sich vor Kontroversen nicht fürchtet, sollte den Roman, der sich gut lesen lässt, einfach mal ausprobieren. (SL)