Buchrezension Manuela Inusa – Jane Austen bleibt zum Frühstück

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MANUELA INUSA
Jane Austen bleibt zum Frühstück
Einzelband
Frauenroman/ Gegenwartsliebesroman/ Zeitreiseliebesroman
Dezember 2015
Blanvalet
TB, € 9,99/ E-Book, €8,99

 

 


Penny Lane Rogers, Buchhändlerin im englischen Bath, ist begeistert von Liebesschnulzen, vor allem Jane Austen hat es ihr angetan. Die soll sogar einst in dem Haus gelebt haben, in dem Penny mit ihrer WG wohnt. Ihr Alltag ist leider wenig romantisch, besonders nachdem sie sich ausgerechnet am Valentinstag von ihrem Freund Trevor Walker getrennt hat, den sie entsetzlich vermisst. Als sie eines Morgens aufwacht, findet sie eine fremde Frau in ihrem Bett: die leibhaftige Jane Austen, die auf unerklärliche Weise aus dem Jahr 1802 im heutigen England gelandet ist. Sprichwörtlich über Nacht muss sich die noch wenig erfolgreiche Literatin aus der Regency-Zeit nun mit modernen Errungenschaften wie Autos, Smartphones und anderem auseinandersetzen und kann nicht fassen, wie sich die Welt im Jahr 2015 verändert hat. Schmerzlich vermisst sie ihre Schwester und den Mann ihres Herzens, Tom Lefroy, doch sie ist auch fasziniert von all den neuen Eindrücken. So schaut sie mit Penny die Verfilmung von „Stolz und Vorurteil“ – eine Geschichte, die unter dem Titel „Erste Eindrücke“ bislang unveröffentlicht in ihrer Schublade schlummert. Während Penny darauf bedacht ist, Jane nichts über sich selbst – etwa ihren frühen Tod – herausfinden zu lassen, stellt sie ihr Frederick, den besten Freund ihres Bruders vor, der zufällig auch Lefroy heißt.

Als Selfpublisherin hat Manuela Inusa bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Mit „Jane Austen bleibt nicht zum Frühstück“ legt sie ihr Verlagsdebüt vor. Mit diesem raffiniert konstruierten Zeitreiseroman ist ihr eine wunderbare Hommage an die große Jane Austen und die Literatur an sich geglückt. Wer deren weltberühmte Klassiker noch nicht kennt, bekommt hier auf jeden Fall Lust darauf, und wer sie schon auswendig kann, dürfte sich nach dem nächsten Austen-Fernsehmarathon sehnen. Die zur Romanheldin gewordene Autorin aus der Vergangenheit muss sich tapfer der Moderne und ihren so gar nicht mehr schicklichen Gepflogenheiten stellen, was zwar alles irgendwie zu glatt läuft, aber trotzdem unweigerlich für Schmunzeln sorgt. Für Liebesromanleser sind natürlich die romantischen Verwicklungen das Tüpfelchen auf dem i, und in der Hinsicht wird sowohl mit Pennys Liebeskummer wegen Trevor als auch von Jane, die plötzlich zwischen zwei Lefroys steht, viel geboten. (BW)