Buchrezension Lisa Desrochers – A little too far

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LISA DESROCHERS
A Little Too Far
Band 1 der „A little too far“-Serie
Gegenwartsliebesroman/ New Adult
Dezember 2014
dtv
TB, € 9,95/ E-Book, € 7,99

 

 


Lexie Banks hat gerade eine schwere Enttäuschung hinter sich. Ihr Freund Rick hat sie betrogen, trotzdem kommt sie nicht von ihm los. Zutiefst verunsichert, ob sie es noch einmal mit ihm versuchen soll, vertraut sie sich ihrem Stiefbruder Trent Sorenson an. Doch anstatt einen Rat zu bekommen, findet sie sich schließlich zusammen im Bett mit ihm wieder. Aus jahrelangem Vertrauen wird plötzlich der beste Sex in Lexies Leben. Fluchtartig verlässt sie daraufhin die Familie für ein Auslandsjahr in Rom. Dort lernt sie zwar den smarten Alessandro Moretti kennen, kann Trent aber nicht vergessen.

Mit dem ersten Band ihrer „A Little Too Far“-Serie beschreitet Lisa Desrochers unvertrautes Terrain, denn ihr Liebespaar besteht aus Stiefbruder und Stiefschwester. Auch wenn es somit keine inzestuösen Tendenzen gibt, ist diese Konstellation dennoch so ungewöhnlich, dass sie natürlich zum Hauptthema wird, das allerdings durch Lexies Aufenthalt in Rom unterbrochen wird. In diesem Teil zieht sich die Handlung bedauerlicherweise ein wenig, weil die Autorin sich mit uninteressanten Nebenschauplätzen aufhält. Sprachlich ist der New-Adult-Roman – jedenfalls in der Übersetzung – gerade in den Liebesszenen sehr rau und für Jugendliche vielleicht ein bisschen zu viel des Guten. „Ficken“ und „durchnudeln“ dürfen als Begriffe in einem erwachsenen handfesten Erotikroman erwartet werden, im Sprachgebrauch eines jungen Mädchens wirken diese Ausdrücke aber fast schon desillusioniert, so als hätten Teenager heutzutage neben Sex gar keinen Sinn mehr für Romantik. Leider entwickelt sich Lexie besonders im letzten Drittel auch nicht gerade zu einer Sympathieträgerin. Dafür können sowohl Trent als auch Alessandro mit Charme und Tiefe überzeugen. (StS)