Buchrezension Leonie Winter – Unter Umständen verliebt

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LEONIE WINTER
Unter Umständen verliebt
Einzelband
Frauenroman
August 2014
Goldmann
TB, €8,99

 

 


Die fünfunddreißigjährige Flugbegleiterin Nora Bergmann freut sich sehr, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Aber als sie Mirko, dem Vater in spe, die frohe Kunde übermittelt, reagiert der anders als erwartet und lässt sie sitzen. Für Nora wird ein Albtraum wahr, denn es gibt ihrer Meinung nach nichts Schlimmeres, als in einer Großstadt als alleinerziehende Mutter zu leben. Deswegen beschließt sie, ihrem Single-Dasein schnellstmöglich ein Ende zu bereiten. Nora will bis zur Entbindung einen neuen Mann finden. Allerdings erweist es sich als ziemlich schwierig, einen potenziellen Kandidaten nicht mit der Tatsache abzuschrecken, dass man ein Baby bekommt. Als sie den Therapeuten Thomas Distel kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, verschweigt sie ihm wohlweislich ihr süßes kleines Geheimnis. Das ist alles andere als eine gute Basis für eine Beziehung, wie sich schnell herausstellt. Als Thomas, für den Kinder nicht auf der Agenda stehen, sich zurückzieht, gibt Nora endgültig alle Hoffnung auf.

Unter ihrem Pseudonym Leonie Winter liefert Wiebke Lorenz, die auch als eine Hälfte des erfolgreichen Autorinnenduos Anne Hertz bekannt ist, mit „Unter Umständen verliebt“ einen spritzigen Roman für zwischendurch. Ihre Protagonistin ist auf Anhieb sympathisch, auch wenn sie manchmal mit ihrer zwanghaften Suche nach einem neuen Partner den Bogen überspannt. Sicher sind ihre Reaktionen teilweise nachvollziehbar, doch dass sie es öfters übertreibt, könnte auf die Dauer auch ein bisschen aufgesetzt wirken, womit ihr allerdings Unrecht getan würde. Zu tieferen Gedanken regt das Buch eher nicht an, und es ist zu bezweifeln, dass es langfristig im Gedächtnis bleibt. Als vergnügliche Sommerlektüre ist es aber hervorragend geeignet, vor allem, weil die Aussicht auf ein Happy End gar nicht so abwegig ist wie vermutet. (SW)