Buchrezension Laila El Omari – Der Duft von Sandelholz

Cover - El Omari, Laila - Der Duft von Sandelholz - Knaur
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LAILA EL OMARI
Der Duft von Sandelholz
Einzelband
Historischer Liebesroman
April 2007
Knaur
TB, €8,95/ E-Book, €4,99

 

 


1753: Elisha Legrant führt in Bombay das privilegierte Leben der Tochter eines hohen Angestellten der Ost-Indien-Kompanie. Als Augapfel ihres Vaters verzeiht der ihr das mitunter wenig angepasste Auftreten. Elisha ist viel zu interessiert an der Welt, als dass sie sich von starren Gesellschaftsregeln einengen lässt. Es ist zunächst ihre Wissbegier, weshalb sie die Nähe des jungen Arztes Damien Catrall sucht, der nach seinem Studium in England auf den Subkontinent zurückgekehrt ist. Die Faszination für die Medizin weitet sich allmählich aus auf den Mann, der sie praktiziert. Die beiden verlieben sich, dürfen ihren Gefühlen aber nicht nachgeben. Denn Damien ist einer anderen Frau versprochen. Die auferlegte Zurückhaltung kann der immer stärker aufkeimenden Leidenschaft jedoch bald nicht mehr standhalten. Die verbotene Liaison könnte die Liebenden für immer ins Unglück stürzen.

„Der Duft von Sandelholz“ ist kein historischer Roman, kein Indienroman, kein Liebesroman und auch kein Gesellschaftsroman. Nein, das zweite Buch von Laila El Omari ist alles zusammen – und noch so viel mehr. Die Autorin lässt eine Ära des alten Indiens wieder auferstehen, in der England noch mehr Handels- als Kolonialmacht war. En passant fließen geschichtliche Details in die Handlung ein, die in einem anschließenden Glossar interessant resümiert werden. Mit Leben erfüllt werden die Daten und Fakten durch eine sehr bewegende, bittersüße Liebesgeschichte, die sowohl bezaubert, als auch schmerzt. Die Erzählung ist kraftvoll, fängt die Atmosphäre der Zeit in all ihrer Farbpracht und den Sinneseindrücken wunderbar ein, verklärt die Epoche jedoch nie. Gefühlvoller, vielschichtiger und vor allem besser kann Unterhaltungslektüre kaum sein. (TD)