Buchrezension Kristin Hannah – Wer zu lieben wagt

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KRISTIN HANNAH
Wer zu lieben wagt
(neu aufgelegt unter dem Titel Die andere Schwester)
Between Sisters
Einzelband
Frauenroman/ Gegenwartsliebesroman
Februar 2006
Ullstein (Neuauflage bei Aufbau)
TB, €8,95/ NA, €10,99/ E-Book, €8,99

 

 


Meghann Dontess und ihre Halbschwester Claire waren als Kinder ein Herz und eine Seele, bis die ältere Meg nach dem Verschwinden der Mutter Claire in die Obhut deren Vaters übergab. Seitdem besteht kaum noch Kontakt. Meghann wurde erfolgreiche Juristin, die ihre Abneigung zu Ehe und Partnerschaft in ihrer Arbeit als Scheidungsanwältin ausleben kann. Privat ist sie einsam und hangelt sich von einem One-Night-Stand zum nächsten. Claire hingegen führt mit ihrem Vater und ihrer Tochter ein einfaches, aber glückliches Leben. Als sie sich Hals über Kopf in einen umherziehenden Musiker verliebt und diesen heiraten will, setzt Meg alles daran, ihre Schwester vor einem schweren Fehler zu bewahren. Sie muss jedoch erkennen, dass Liebe nicht zu steuern ist. Denn auch die scheinbar unterkühlte Meg begegnet einem Mann, dem mysteriösen Joe, der ihr Leben verändern kann.

Wer zu lesen wagt, wird von Kristin Hannah hier mit einer herzzerreißenden Geschichte und einem eindrucksvollen Leseerlebnis belohnt. Gebrochene Charaktere, Vergangenheitsbewältigung und schwere Schicksalsschläge ziehen sich durch das Buch. Aber der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung setzt die Autorin ein gefühlvolles Geflecht von Beziehungen entgegen. Menschen finden wieder zueinander, öffnen sich einander und erlangen verloren geglaubten Halt wieder. Die Liebe in all ihren Variationen zieht sich wie ein Leitmotiv durch die Handlung. Trotz aller Dramatik läuft die Erzählung nie Gefahr, in Kitsch abzurutschen. Ein Tränendrücker ist sie jedoch allemal, und zwar einer der schönsten Sorte, bei der das Licht am Ende des Tunnels einen hellen Strahl wirft. Die Taschentücher sollten bereit liegen, denn hier ist Weinen erlaubt. (TD)