Buchrezension Kerry Greenwood – Torten, Tod und Teufel

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KERRY GREENWOOD
Torten, Tod und Teufel
Earthly Delights
Band 1 der „Corinna Chapman“-Serie
Krimi
Januar 2007
Blanvalet
TB, €7,95

 

 


Hinter den „Irdischen Freuden“ verbirgt sich eine kleine Bäckerei in einem Melbourner Geschäftsviertel. In dem ungewöhnlichen Haus, in dem der Laden beheimatet ist, sind auch die Bewohner recht skurril. Corinna Chapman betreibt ihr Geschäft mit viel Spaß. Sie liebt ihr Handwerk, auch die außergewöhnlichen Arbeitsstunden machen ihr nichts aus. Zumindest meistens nicht. Bis sie auf der Straße eine Drogenabhängige rettet. So lernt sie den undurchsichtigen Daniel Cohen kennen, der für eine Obdachloseninitiative arbeitet. Corinna ist sofort hin und weg und stellt erfreut fest, dass die Gefühle trotz ihrer Pummeligkeit auf Gegenseitigkeit beruhen. Leider ist ihr Leben gerade furchtbar kompliziert. Die Mieter erhalten anonyme Nachrichten mit wüsten Beleidigungen und Drohungen. Corinnas Spürsinn ist geweckt. Mit Hilfe ihrer Nachbarn und Daniel versucht sie herauszufinden, wer dahintersteckt.

Die neue Titelheldin Corinna Chapman wird im ersten Teil ihrer Serie sympathisch eingeführt. Nicht nur ihr Beruf, auch ihr Umfeld ist mal was anderes. Die Ich-Erzählerin ist keine Durchschnittsfrau, einige Nebenfiguren, darunter eine Wicca-Anhängerin, ein Transsexueller oder Computerfreaks, sind sogar regelrechte Paradiesvögel. Mit der Atmosphäre, die diese Personen vermitteln, nehmen sie den Leser aber gleich für sich ein. Ganz unverhofft wird Corinna vom Phänomen der Liebe auf den ersten Blick getroffen. Was sich zwischen ihr und dem aufmerksamen Daniel entwickelt, ist wirklich süß, denn die Paarung ist ziemlich goldig. Die Ermittlungen leben mehr von der Lust am Rätseln denn von wirklicher Spannung. Am Ende überspannt Kerry Greenwood mit einem abgedrehten Abstecher den Bogen auch ein bisschen. Dennoch ist „Torten, Tod und Teufel“ ein viel versprechender Serienstart um eine Bäckerin und Amateurdetektivin. (TD)