Buchrezension Karin Slaughter – Schattenblume

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KARIN SLAUGHTER
Schattenblume
Indelible
Band 4 der „Grant County“-Serie
Thriller
März 2006
Rowohlt/ Blanvalet
HC, €19,90/ TB, € 9,99/ E-Book, €8,99

 

 


Als Sara Linton ihren Ex-Mann, den Polizeichef von Heartsdale, auf der Wache aufsucht, glaubt sie noch, dass sie an diesem wunderschönen Morgen kein größeres Problem haben würde, als sich mit Jeffrey Tolliver nach der Ablehnung seines Heiratsantrags zu versöhnen. Er möchte ihre Beziehung wieder legalisieren, sie scheut dagegen vor einer erneuten Ehe zurück, weshalb seit Wochen Funkstille zwischen ihnen herrscht. Auf dramatische Weise wird Sara dann jedoch vorgeführt, dass es immer noch schlimmer kommen kann. Zwei junge Männer dringen bewaffnet in das Revier ein und richten ein Blutbad an. Jeffrey wird schwer verletzt und mit Sara und einigen anderen als Geisel festgehalten. Die Ärztin bemüht sich um das Leben ihres Geliebten, dabei schweifen ihre Gedanken immer wieder ab zu dem Sommer, als sie sich kennenlernten. Damals verschlug es die Frischverliebten in Jeffreys Geburtsort und mitten in einen Kriminalfall.

Während der Vorgängerband „Dreh dich nicht um“ einen Durchhänger der „Grant County“-Serie bedeutete, übertrumpft dieser vierte Teil sogar Karin Slaughters meisterliches Debüt „Belladonna“. Gekonnt verflechtet die Autorin zwei Erzählebenen, die zunächst keinerlei Zusammenhang vermuten lassen. Diesmal rückt Saras Tätigkeit als Pathologin stark in den Hintergrund. Für Slaughters Verhältnisse fließt im Roman relativ wenig Blut, viel wichtiger sind nun psychologische Aspekte. Gerade aus diesen nährt sich die Spannung. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die Aufarbeitung der Beziehung geraten für das Paar zur Zerreißprobe. Die Dramatik wird noch durch die schwüle, kleinbürgerliche Südstaatenatmosphäre unterstützt. Dieser Parforceritt markiert den vorläufigen erzählerischen Höhepunkt in der Karriere der Thrillerkönigin. (TD)