Buchrezension Karin Slaughter – Dreh dich nicht um

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KARIN SLAUGHTER
Dreh dich nicht um
A Faint Cold Fear
Band 3 der „Grant County“-Serie
Thriller
März 2005
Rowohlt/ Blanvalet
HC, €19,90/ TB, € 10,99/ E-Book, €8,99

 

 


Sara Linton denkt sich nichts dabei, als sie ihre schwangere Schwester Tessa im Auto zurücklässt, um sich einen Tatort anzusehen. Die Gerichtsmedizinerin wurde zu einem vermeintlichen Suizid gerufen. Ein Student ist auf dem Campusgelände vermutlich von einer Brücke gesprungen. Während Sara die Leiche untersucht, wird Tessa im Wald mit einem Messer attackiert. Zwar gelingt es Sara, ihr Leben zu retten, doch für das Baby kommt jede Hilfe zu spät. Jeffrey Tolliver, der Polizeichef und Saras Exmann, setzt natürlich alles daran, den Täter zu finden, der anscheinend auch etwas mit dem Tod des Studenten zu tun hat. Auch ein weiterer augenscheinlicher Selbstmord wirkt verdächtig. Bei seinen Ermittlungen trifft er immer wieder auf seine frühere Mitarbeiterin Lena Adams, die jetzt beim Universitätswachdienst arbeitet. Sie leidet unter mentalen Problemen und lässt sich mit einem falschen Mann ein.

Unblutig sind Karin Slaughters Romane eigentlich nie, doch im dritten Teil der „Grant County“-Serie scheinen die Gewalttaten und ekligen Einzelheiten besonders gehäuft. Wen Detailliertheit schreckt, dürfte so manche Szene schwer verdauen können. Doch das ist weniger das Problem in diesem Band. Das liegt eher in der Figur Lena begründet, die sich diesmal stark in den Vordergrund spielt. Das Protagonistenpaar Sara und Jeffrey kommt dabei ein wenig zu kurz. Lena ist Fans der Reihe bereits als sperrig und schwierig bekannt, ihre Entwicklung hier ist recht drastisch. Sicher muss man in Betracht ziehen, was ihr schon alles widerfahren ist. Und das ist ein weiterer Knackpunkt. Es wird viel Wissen aus den ersten Teilen vorausgesetzt. Das Resultat ist ein Thriller mit einigen Unzulänglichkeiten. (TD)