Buchrezension Karin Slaughter – Cop Town – Stadt der Angst

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KARIN SLAUGHTER
Cop Town – Stadt der Angst
Cop Town
Einzelband
Thriller
November 2015
Blanvalet
PB, €14,99/ TB, €9,99/ E-Book, €9,99

 

 


Frauen haben es 1974 wie andere Minderheiten bei der Polizei von Atlanta noch sehr schwer, daran ändern selbst Reformen nichts. Maggie Lawson kann sich trotzdem keinen anderen Job vorstellen. Schon vor ein paar Jahren ist sie als Streifenbeamtin in die Fußstapfen ihres Onkels und ihres Bruders Jimmy getreten, obwohl diese sie ebenso wenig für voll nehmen wie die anderen Macho-Kollegen. Dabei verfügt sie über ein untrügliches Gespür, das auch jetzt anschlägt, als Jimmys Partner erschossen wird und ihr Zweifel an der Version ihres Bruders kommen. Für das Revier ist jedoch klar, dass der „Shooter“ wieder zugeschlagen hat, der schon mehrere Cops kaltblütig hingerichtet hat. In ihrer neuen Partnerin Kate Murphy findet Maggie eine ihr eher unliebsame Verbündete bei ihren eigenmächtigen Ermittlungen. Ihren ersten Tag hatte die sich auch anders vorgestellt. Die offene Ablehnung von allen Seiten hat Kate sich nicht ausgemalt, dabei verheimlicht sie sogar, dass sie Witwe, Jüdin und aus gutem Haus ist. Zusammen kommen die beiden Polizistinnen der Wahrheit immer näher.

Schon der sechste Band ihrer „Will Trent“-Serie spielte teilweise im Atlanta der 1970er Jahre, in diesem Thriller verschlägt es Karin Slaughter nun ganz in diese Zeit des Aufbruchs, was die Polizeiarbeit in der Stadt betrifft. Die Autorin zeigt darin, dass der Alltag der weiblichen Cops trotz Frauenpower damals nicht so angenehm telegen war wie in der Serie „Make-up und Pistolen“, auch wenn das Styling Ähnlichkeiten aufweist und ein fantastisches Retro-Gefühl aufkommen lässt. Der Fall an sich ist schon fesselnd und produziert reichlich Adrenalin. Das Setting mit seinen politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten und den zusätzlichen privaten Verwicklungen ist aber das eigentliche Pfund, mit dem hier gewuchert wird. (TD)