Buchrezension Karin Slaughter – Belladonna

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KARIN SLAUGHTER
Belladonna
Blindsighted
Band 1 der „Grant County“-Serie
Thriller
August 2003
Wunderlich/ Blanvalet
HC, €19,90/ TB, €10,99/ E-Book, €9,99

 

 


Auf der Damentoilette eines Restaurants stößt Kinderärztin Sara Linton auf eine schwer verletzte Frau, die offensichtlich von einem Wahnsinnigen angegriffen wurde. Die Blinde weist mehrere Stichwunden auf, Sara ist nicht mehr in der Lage ihr zu helfen. Da sie nebenbei auch als örtliche Pathologin tätig ist, wird Sara an den Ermittlungen beteiligt. Dazu muss sie mit ihrem Exmann Jeffrey Tolliver, dem Polizeichef von Heartsdale zusammenarbeiten. Aber nicht nur der enge Kontakt zu dem Mann, von dem sie sich wegen seiner Untreue getrennt hatte, ist eine Belastung. Das Opfer wurde auch sexuell missbraucht, was in Sara alte Wunden aufreißt. Doch dies versucht sie mit allen Mitteln vor Jeffrey zu verbergen, den sie noch nicht ganz aus ihrem Herzen ausgeschlossen hat. Währenddessen gibt es kaum Anhaltspunkte zur Lösung des Falls. Dann schlägt der Täter erneut zu.

Schon mit ihrem Erstling katapultierte sich Karin Slaughter in die erste Riege der populären Thrillerautoren. Ihre Markenzeichen sind das vermeintliche Kleinstadtidyll im Süden der USA sowie sehr explizite Beschreibungen von bestialischen Verbrechen und ihren Folgen. Ihre Geschichten lassen sich aber nicht auf eine effektheischende Blutrünstigkeit reduzieren. Der Roman ist dramatisch und hochspannend inszeniert mit Charakteren, die teils sperrig und nicht gefällig sind. Sara ist eine gestandene Heldin mit Blessuren, die ihr das Leben geschlagen hat. Mit Jeffrey bildet sie nicht nur ein hervorragendes Ermittlerduo. Ihr durch Differenzen geprägtes Privatleben ist ein weiterer Punkt, der die Erzählung so interessant macht. Bei einem so hervorragenden Einstieg in eine neue Serie, war es keine Frage, dass sich Thrillerfans den Namen Slaughter schnell gemerkt haben. (TD)