Buchrezension Julia Hanel – Zwei fürs Leben

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JULIA HANEL
Zwei fürs Leben
Einzelband
Frauenroman
Juni 2015
Ullstein
TB, €8,99/ E-Book, €6,99

 

 


Nachdem die sechsundzwanzigjährige Anni nach einem schweren Verkehrsunfall aus dem Koma erwacht, hört sie eine Stimme in ihrem Kopf. Sie gehört Ben, der behauptet, ebenfalls im Koma zu liegen und ihre Gedanken hören zu können. Anni hält das für Nachwirkungen ihrer Verletzungen und ist der Meinung, wenn sie die Stimme einfach ignoriert, geht sie auch wieder weg. Doch Ben meldet sich immer wieder, und schon bald entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Die humorvollen und gleichzeitig nachdenklichen Gespräche bringen sie einander immer näher – fast schon zu nah, denn sowohl Ben als auch Anni sind in festen Händen. Doch keinem von ihnen geht die Stimme des anderen mehr aus dem Kopf, und schon bald sind ihre Beziehungen nicht mehr das einzige Problem.

Julia Hanels „Zwei fürs Leben“ besteht zu großen Teilen aus einem stillen Dialog zweier Protagonisten, die einem auf Anhieb sympathisch sind und die eine ungewöhnliche Freundschaft knüpfen. Der Anfang des Buches gestaltet sich allerdings etwas schwierig, da die Gespräche zwischen Ben und Anni etwas oberflächlich und gekünstelt wirken. Zudem ist nicht immer sofort erkennbar, wer von beiden gerade redet. Sobald die Unterhaltung aber intimer und ernster wird, vergeht dieses Gefühl allerdings. Unterbrochen wird die wörtliche Rede immer wieder von kurzen Gedanken von Anni und Ben, die abwechselnd die Geschichte erzählen. So lässt es sich gut nachvollziehen, wie sie sich immer mehr zueinander hingezogen fühlen. Zwar handelt die Autorin die Geschichte mit einem etwas zu schnellen Ende ab, dennoch lässt sie die Leser schließlich mit einem zufriedenen Seufzen zurück. (MK)