Buchrezension Jana DeLeon – Tod im Tümpel

Cover - DeLeon, Jana - Tod im Tümpel (427x640)

 

Krimi/Thriller
JANA DELEON
Tod im Tümpel
Swamp Sniper
Übersetzt von Jeannette Bauroth
Januar 2015
Self-Published, TB, 12,83 EUR

 


Gerade einmal zwei Wochen ist Fortune Redding nun im vorgeblich beschaulichen Sinful, doch mehrfach schon wurde die CIA-Agentin, die sich in Louisiana eigentlich als Bibliothekarin getarnt vor einem Verbrechenssyndikat verstecken soll, in Kriminalfälle verwickelt. Zu verdanken hat sie das ihrer Bekanntschaft mit Ida Belle und Gertie, die alles andere als harmlose alte Damen der „Sinful Ladies Society“ sind, sondern vielmehr in jüngeren Jahren ebenfalls für die Regierung im Einsatz waren. Ida Belle jetzt bei ihrer Kandidatur für das Bürgermeisteramt zu unterstützen, hört sich da nach einer Erholungspause an. Doch als deren Konkurrent, ein Neubürger von der Ostküste, einem Giftanschlag zum Opfer fällt und seine Frau Zeter und Mordio schreit, ist das Städtchen wieder in hellem Aufruhr. Da ausgerechnet Ida Belle zur Hauptverdächtigen avanciert und dann auch noch Fortunes Cover zu platzen droht, setzen sie mit Gertie, der dritten im Bunde, alles daran, den wahren Täter zu ermitteln. Wie üblich nimmt Deputy Carter LeBlanc ihre Einmischung nicht unbedingt mit Humor, genauso wenig wie das Auftauchen seines Ex-Army-Kumpels Bobby Morel, der sichtlich an Fortune interessiert zu sein scheint. Die lässt sich von den Avancen jedoch nicht beeindrucken, dafür spürt sie die ungewollte Anziehungskraft zwischen sich und Carter größer werden.

Jana DeLeons „Miss-Fortune-Krimis“ sind wirklich beste Unterhaltung für Fans von Krimikomödien und Südstaaten- und Kleinstadtflair. Im dritten Band sind einem die Hauptakteure längst ans Herz gewachsen, und ein Besuch bei ihnen und in dem hinterwäldlerischen Kaff mit seinen ganz eigenen Gepflogenheiten ist jedes Mal ein großer Spaß. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die zwei oberen Sinful-Ladies es immer wieder, ob gewollt oder ungewollt, schaffen, Fortune ins Chaos zu stürzen. Sicher sind diese „Zwischenfälle“ in so geballter Form wenig realistisch, doch darum geht es auch gar nicht. Auch in „Tod im Tümpel“ darf der Slapstick wieder Hochkonjunktur feiern. Dabei sieht es in der Regel nur so aus, als wäre das Trio nicht Herrin der Lage. Irgendwie haben Fortune und Ida Belle stets doch noch einen Trick auf Lager, um sich – und Gertie, die wie üblich schuld an dem einen oder anderen Malheur ist – aus der Bredouille zu befreien. Die Missetäter zu überführen, ist natürlich das angestrebte Ziel, und der Fall ist durchaus gut ausgeklügelt. Was auf dem Weg dahin aber alles schiefgeht, ist noch mehr von Belang. Dazu gehören ebenso die netten kleinen Scharmützel zwischen Fortune und Deputy LeBlanc, obwohl die hartgesottene Agentin nie zugeben würde, dass sexy Carter auch bei ihr für Schnappatmung sorgt oder zumindest für ein paar Hitzewallungen. Neben der wohltemperierten Spannung und dem urkomischen Humor ist es eben auch das leichte romantische Geplänkel, das bei den Büchern so begeistert und auf viele Fortsetzungen hoffen lässt. (TD)