Buchrezension Irma Joubert – Und über uns die Sterne

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IRMA JOUBERT
Und über uns die Sterne
Ver wink die Suiderkruis
Band 1 der „Neethling“-Serie
Christlicher Liebesroman/ Historischer Roman
September 2015
Francke
HC, €14,95/ E-Book, €12,99

 


Kate Woodrooffe wächst als Unternehmertochter in Südafrika wohlbehütet und ohne finanzielle Probleme auf. Dass sie nach dem Studium Duncan Stafford heiraten wird, ist so gut wie besiegelt. Zunächst möchte sie aber für ihre Masterarbeit in Soziologie Feldstudien in der armen Bevölkerung betreiben. Doch 1932, mitten in der Weltwirtschaftskrise, herrscht Aufruhr im Land. Deshalb willigt ihr Vater ihrem Vorhaben nur unter Auflagen ein. Eine davon ist, dass sein Mitarbeiter Bernard Neethling sie begleitet, um für ihren Schutz zu sorgen. Nebenbei kann er so in der Firma keine Unruhe mehr stiften. Kates erster Besuch in einem Armenviertel in Johannesburg öffnet ihr die Augen, denn so schlimm hatte sie es sich nicht vorgestellt. Als ihr Ehrgeiz sie weiter in das Leben im Schatten zieht, muss sie sich entscheiden, was und wen sie will.

Irma Joubert beschäftigt sich in „Und über uns die Sterne“ eindrücklich mit einem düsteren Kapitel der Geschichte und verknüpft es mit einer faszinierend erzählten Lebens- und Liebesgeschichte. Diese ist geprägt von dem emotionalen Konflikt, der sich bald auftut. Während Kate ihr vorgeplantes sicheres Leben infrage stellt und alles riskiert, will Duncan den sicheren Weg gehen. Und er tut alles dafür, dass zwischen ihm und Kate alles so bleibt, wie es ist. Dass dies nicht geschieht, dafür sorgt das Erscheinen von Bernard, der seinerseits hin und her gerissen ist zwischen seinen Gefühlen und Wünschen. Angesichts der sozialen Aspekte ist der Roman alles andere als ein Buch für zwischendurch, doch wer sich darauf einlässt, gerät schnell in seinen Bann und entdeckt einen echten Schatz, der durch seine leisen Töne besticht und begeistert. (BW)