Buchrezension Ilsa J. Bick – Atemnot

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ILSA J. BICK
Atemnot
Einzelband
Jugendbuch/ Thriller
September 2014
INK
PB, €14,99

 

 


Jenna Lord lebt zwar in einem wohlhabenden Elternhaus, aber ansonsten ist ihr Leben für sie ein wahrer Albtraum. Ihr Vater versucht alles und jeden zu kontrollieren, ihre Mutter ist Alkoholikern und ihr Bruder ist vor der Düsternis seiner Familie geflohen und nun als Soldat im Irak. Mit ihm hat Jenna ihren einzigen Halt verloren. Sie beginnt sich zu ritzen und landet in einer psychiatrischen Anstalt. Doch als sie nach ihrer Rückkehr nach Hause in eine neue Schule geht, wendet sich plötzlich alles zum Besseren. Sie lernt den engagierten Lehrer Mitch Anderson kennen, und obwohl sie weiß, dass es nicht sein darf, verliebt sie sich in ihn. Tatsächlich weckt sie auch in Mitch Gefühle, dabei ist er ein verantwortungsvoller Ehemann. Schon bald verwischen die Grenzen, und Jenna weiß nicht mehr, was richtig und falsch und wer gut oder böse ist.

Anders als in ihrer übersinnlichen „Ashes“-Trilogie, mit der sie bekannt wurde, gibt es in diesem Einzelroman von Ilsa J. Bick keine phantastischen Aspekte, dafür aber eine reale Geschichte der härteren Gangart, die einem alles abverlangt und niemanden kalt lassen wird. Wer sich darauf einlässt, wird ein wahres Gefühlschaos erleben. Jenna ist so voller Wut und Trauer und erzählt einem Polizisten ihre Geschichte so schonungslos, dass ihr Rückblick Gänsehaut verursacht. Dabei versteht es die Autorin geschickt, mit den Erwartungen des Lesers zu spielen. Verurteilungen und persönliche Meinungen sind schnell gefasst, aber durch das Geschehen werden sie immer und immer wieder über Bord geworfen. Auch stilistisch wirkt „Atemnot“ manchmal abgehackt und verstörend, was die tragische Geschichte noch eindringlicher macht. (StS)