Buchrezension Ellie Cahill – Sorbetnächte

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ELLIE CAHILL
Sorbetnächte – Liebe lieber zwischendurch
When Joss Met Matt
Einzelband
Gegenwartsliebesroman
Dezember 2015
LYX
KB, € 9,99/ E-Book, € 8,99

 


Jocelyn „Joss“ Kiel ist eine neurotische junge Frau, die kein blaues Essen mag, dafür aber eine riesige Dessous-Sammlung hat. Auf dem College lernt sie den liebenswürdigen und lockeren Matt Lehrer kennen, und die beiden werden Laborpartner und beste Freunde. Als Joss von ihrer ersten großen Liebe eiskalt abserviert wird, erfinden die zwei den Sorbet-Sex. Joss und Matt schlafen miteinander, um ihre vorigen Partner zu vergessen, und stellen für ihr Arrangement exakte Regeln auf, die von Mal zu Mal erweitert werden. Während sie ihren Sorbets Namen wie „Die Abrechnung“ geben, merken sie irgendwann nicht mehr, wie sehr die Grenzen zwischen Sex, Freundschaft und Liebe verschwimmen und sie die Regeln immer schwammiger auslegen. Erst als es fast zu spät ist, wird Joss bewusst, dass sie inzwischen tiefere Gefühle für Matt hat.

Ellie Cahill wirft in „Sorbetnächte“ die altbekannte Frage auf, ob es eine platonische Freundschaft zwischen Mann und Frau geben kann oder doch zwangsläufig irgendwann die Liebe ins Spiel kommt. Die Autorin hat zwar einen frischen Erzählstil, aber auf Dauer wirkt die Geschichte etwas zäh und unnötig in die Länge gezogen. Da helfen weder die lustigen Einschübe noch die witzige Idee des Sorbet-Sex, die interessant weiterentwickelt wird. Leider gibt es bis zum Happy End ein ewiges Hin und Her zwischen den Protagonisten, die man zwischendurch einfach nur schütteln will, damit sie endlich merken, was los ist. Zudem macht sich Joss auch gern kleiner und schlechter, als sie ist. Immerhin kommt Matt als echter Freund rüber. Und auch die Liebesszenen können sich sehen lassen. Obwohl einige nur kurz angerissen werden, geht es bei anderen „Sorbets“ detailliert und heiß zur Sache. Insgesamt wären weniger Seiten und Hickhack aber mehr Lesespaß gewesen. (BW)