Buchrezension Deeanne Gist – Liebe in der Warteschleife

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DEEANNE GIST
Liebe in der Warteschleife
Love on the Line
Einzelband
Historischer Liebesroman/ Christlicher Liebesroman
September 2014
Gerth
HC, € 18,99/ E-Book, €13,99

 


Texas, 1903. Schon länger ist Lucious Landrum hinter dem Zugräuber Frank Comer und seiner Bande her. Es ärgert ihn nicht nur, dass der ihm bislang immer entwischt ist, sondern auch, dass der Halunke von vielen Menschen als eine Art Robin Hood verklärt wird. Der Ranger würde ihn gerne endlich fassen, doch als verdeckter Ermittler eingesetzt zu werden und seine Maßanzüge dafür gegen eine Latzhose eintauschen zu müssen, behagt ihm nicht. Trotzdem tritt er als Luke Palmer eine Stelle als Telefonvertreter und Monteur in Brenham an, wo er auf die ledige Telefonistin Georgina Gail trifft. Ihr Aussehen gefällt ihm sehr gut, nur ist sie so gar nicht, was er sich unter einer fügsamen Frau vorstellt. Immer wieder funkt Georgie, die sich dem Schutz der Singvögel verschrieben hat, ihm dazwischen, wenn er versucht herumzuschnüffeln. Dennoch erwärmt er sich immer mehr für sie, und auch Georgie ist bald ungewollt von ihm angetan. Dass Luke dem Verbrecher allmählich auf die Spur kommt, birgt allerdings auch Risiken.

In ihrem christlich angehauchten Western-Liebesroman „Liebe in der Warteschleife“ zeigt sich Deeanne Gist wie gewohnt von ihrer humorvollen Seite. Georgie ist eine echte Marke und bringt Luke damit, dass sie ihm Paroli bietet, regelmäßig zur Verzweiflung. Ihre kleinen verbalen Scharmützel sind allerliebst. Die Seele des Romans ist ganz klar Georgie mit ihrer Unabhängigkeit und ihrem Gerechtigkeitssinn. Luke schlägt manchmal mit seinen Bemühungen, seinen Auftrag zu erfüllen, über das Ziel hinaus, was ihm aber nicht nur die Heldin am Ende verzeiht. Mit überraschenden Wendungen – bis hin zum Epilog – hält die Autorin die Handlung in Schwung. Als Zugabe gibt es noch eine Riege kauziger Nebenfiguren und jede Menge Nostalgie in Sachen Telefon. (TD)