Buchrezension Chris Fabry – Mehr als mein Herz

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CHRIS FABRY
Mehr als mein Herz
Not in the Heart
Einzelband
Christlicher Roman
September 2014
Gerth
PB, €16,99/ E-Book, €13,99

 

 


Truman Wiley lebt allein auf Sanibel Island, er ist arbeitslos und von seiner Frau und Familie getrennt. Spielen hält ihn am Leben, doch die Schulden daraus wachsen ihm mittlerweile über den Kopf. Er ahnt, dass er sein Einsiedlerleben nicht mehr lange aufrecht halten kann. Viel zu lang hat er sogar den Kontakt zu seinem schwer herzkranken Sohn Adrian gemieden. Da kommt das Angebot seiner Frau Ellen gerade recht, die ihn bittet, die Lebensgeschichte des zum Tode verurteilten Terrell Conley aufzuschreiben, der in dreißig Tagen hingerichtet werden soll. Ausgerechnet dieser Mann, der eine Frau umgebracht hat, will Trumans Sohn sein Herz spenden. Der ehemalige Journalist nimmt das Angebot an, genauso wie den Vorschuss, den er direkt verspielt. Doch nach und nach verändert sich Truman, und bei seiner Recherche stößt er auf Ungeheuerliches. So steht er plötzlich vor der schwersten Entscheidung seines Lebens.

Chris Fabry kann bereits über sechzig Veröffentlichungen vorweisen und hat über die Jahre zahlreiche Preise für seine Werke eingeheimst. Auch „Mehr als mein Herz“ hat einen begehrten Christy Award gewonnen für den besten christlichen Roman. Das Grundgerüst des Buches erinnert stark an Jodi Picoults „Das Herz meiner Tochter“, erzählt aber bei näherer Betrachtung eine ganz andere Geschichte. Truman Wiley ist ein schwieriger Charakter, mit dem mancher Leser sicher seine Probleme haben wird. Vor allem sein düsterer Humor lässt einen oft schlucken. Der Autor fasst heiße Eisen an – Todesstrafe, Schuld und Sühne, Glaube und Nichtglaube –, weshalb der Roman mitunter nur in kleinen Häppchen konsumiert werden kann. Dass er so aufwühlend ist und im wahrsten Sinne des Wortes ans Herz geht, lässt ihn aber auch noch lange nach der letzten Seite nachhallen. (BW)