Buchrezension Anne Hertz – Glückskekse

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ANNE HERTZ
Glückskekse
Einzelband
Frauenroman/ Gegenwartsliebesroman
Januar 2006
Knaur
TB, €7,95

 

 

 


Jana ist am Boden zerstört. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag wird sie von ihrem Freund nach einem morgendlichen Quickie auf schändlichste Weise verlassen. Ihre Freundinnen können sie nicht wirklich trösten, lenken sie aber in angeheitertem Zustand mit einem Handy-Spielchen von ihren trüben Gedanken ab. Jana fragt in einer SMS danach, wie sie wirklich glücklich werden kann, und schickt diese Kurzmitteilung an eine wildfremde Nummer. Ausgerechnet Roland, dessen Freundin gerade die Beziehung beendet hat, empfängt diese Nachricht, als er sich mit wenig ernst gemeinten Selbstmordgedanken auf einer Brücke herumtreibt. So entsteht eine moderne Form der Brieffreundschaft zwischen zwei Ausgestoßenen aus der Gesellschaft glücklicher Paare und das Singleleben genießender Großstädter. Jana und Roland ahnen nicht, wie nahe sie sich sind – örtlich und emotional.

Romantische Komödien müssen nicht immer sinnfrei sein. Den besten Beweis liefert dafür Anne Hertz, ein aus den Schwestern Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann bestehendes Autorinnenduo. Natürlich ist der Roman vordergründig witzig. Unter der Oberfläche verbirgt sich allerdings etwas mehr. So geht es um die Fragen, ob man wirklich nur zu zweit glücklich werden kann und wie weit man sich in einer Beziehung verbiegen sollte, ohne dass der Partner oder man vor sich selbst die Achtung verliert. Das Buch liefert keine Patentrezepte, aber ein Fallbeispiel, eingebettet in eine Geschichte, die sowohl Spaß macht, als auch zur Reflexion anregt. Die Protagonisten erzählen in der Ich-Perspektive, abwechselnd klagen SIE und ER ihr Leid, geben sich Ratschläge und berichten über Forstschritte und Rückschläge auf dem Weg zum Glücklichsein. Das Prinzip Zufall schlägt zwar oft zu, was Verwicklungen der Nebenfiguren und räumliche Nähe angeht. Wenn überhaupt, schmälert dies das Lesevergnügen aber nur geringfügig. (TD)